Szene aus der zauberflöte, Foto: APAweb

Dossier
Salzburger Festspiele
Der Sommer steht in Salzburg traditionell im Zeichen der Festspiele. Johan Simons, Frank Castorf, Dusan David Parizek und Ulrich Rasche - es sind vier starke Regisseure mit unverkennbaren Handschriften, die heuer das Schauspielprogramm prägen. Und in seiner zweiten Festival-Ausgabe hat Festspielintendant Hinterhäuser wieder fünf neue Operninszenierungen programmiert - wobei von Monteverdi bis Henze praktisch die gesamte Geschichte des Genres abgedeckt wird. Hinzu kommen zwei konzertante Arbeiten und die Wiederaufnahme der "Italiana in Algeri" von den Pfingstfestspielen.

Von 20. Juli bis 30. August.
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Salzburger Festspiele

Salzburger Festspiele

Romanze unter Monstern: Sonya Yoncheva als Poppea (r.), Kate Lindsey als Nerone. - © apa/Barbara Gindl

Opernkritik

Poppea mit neuem Dreh9

  • Jan Lauwers hat in Salzburg erstmals Oper inszeniert: ein interessant unbefriedigender Abend.

Es gibt mehrere Möglichkeiten, mit dem Störfaktor umzugehen. Man kann versuchen, sich ihm bewusst zu stellen, sich so lange auf diese quälende Gestalt auf der Bühne zu konzentrieren, bis ihre unangenehme Wirkung hoffentlich nachlässt. Man kann es aber auch mit dem Gegenteil probieren. Eine Besucherin hat dafür eine praktische Methode gefunden... weiter




Gefeiert: Trifonov als uneitler Pianist. - © Salzburger Festspiele/Borrelli

Konzertkritiken

Gourmet-Sonaten und Sacre-Eintopf

  • Kontrastreiche Konzerte: Daniil Trifonov und Martin Grubinger in Salzburg.

Auch bei Edel-Festspielen läuft nicht alles glatt. Als der Meisterpianist Grigori Sokolov am Mittwoch seinen Zugang zu Joseph Haydn in Salzburg präsentierte, suchte sich auch der Platzregen überraschende Bahnen: Listig durchs Dach gesickert, ergoss er sich über einigen Publikumsköpfen im Großen Festspielhaus... weiter




Gläserne Unheilsrufe: Sopran Christiane Karg. - © Gisela Schenker

Konzertkritik

Der Abgrund unter der Blumenwiese2

  • Christiane Karg mit Liedern von Tod und Verzweiflung in Salzburg.

Um das Publikum zu erschrecken, muss man nicht unbedingt auf die Pauke hauen. Es kann auch eine plötzliche Todesstille ins Mark fahren. "Warum", tönt der Sopran von Christiane Karg, "singt denn mit so kläglichem Laut / die Lerche in der Luft? / Warum steigt denn aus dem Balsamkraut / hervor ein Leichen . . ... weiter




Na? Ildar Abdrazakov pirscht sich als Möchtegern-Pascha an Cecilia Bartoli als Badenixe an. - © Salzburger Festspiele/Ruth Walz

Opernkritik

Flache Bildschirme, volle Bäuche4

  • Ein Publikumsliebling kehrt zurück: "L’italiana in Algeri" mit Cecilia Bartoli in Salzburg.

Natürlich hätte man das auch zu einer Satire über einen gewissen Politiker zuspitzen können. Ein Mann, der seine Frau durch eine junge Ausländerin ersetzen will, der dekretiert, "das einzige Gesetz ist meine Laune", und der nur nach einem noch mehr giert als nach Frauen, nämlich Ruhm - ein solcher Mann ist, jedenfalls im Lichte der globalen Presse... weiter




Wenn die Psyche in Schieflage gerät: Samuel Finzi und Mavie Hörbiger. - © Salzburger Festspiele/Bernd UhligVideo

Theaterkritik

Kampf gegen Windmühlen3

  • Samuel Finzi verzettelt sich in David Grossmans "Kommt ein Pferd in die Bar".

Während das Publikum die Plätze im Republic einnimmt, einer Nebenspielstätte der Salzburger Festspiele, erklingt Barmusik. "Que será, será". Am Bühnenrand steht ein Pianino ohne Verschalung, man blickt in das Innenleben, die nackte Mechanik, symptomatisch für die bevorstehende Innenschau des Stand-up-Comedian Dov Grinstein aus David Grossmans Roman... weiter




Werken spanischer Komponisten widmete Rolando Villazón seinen Liederabend. - © apa/hkt/Neumayr/Leo

Konzertkritik

Spanischzüngige Liederfürsten6

  • Rolando Villazóns Liederabend bei den Salzburger Festspielen.

Lässt ein Sänger die "Deutschen Volkslieder" von Brahms in Madrid, Buenos Aires oder Lima hören, könnte es leicht sein, dass das Verständnis seitens der Zuhörer an Grenzen kommt. Nicht viel anders geht es uns mit dem Spanischen "aus der alten und der neuen Welt", dem Rolando Villazón seinen Festspiel-Liederabend widmete... weiter




Salzburger Festspiele

Tobias Moretti an Lungenentzündung erkrankt13

  • Philipp Hochmair springt für erkrankten "Jedermann"-Darsteller ein.

Salzburg. Schauspieler Tobias Moretti, derzeit bei den Salzburger Festspielen als "Jedermann"-Darsteller zu sehen, ist an akuter Lungenentzündung erkrankt. Deshalb kann er bei der nächsten "Jedermann"-Vorstellung am Donnerstag, um 21.00 Uhr, nicht auftreten. Das teilten die Salzburger Festspiele mit... weiter




Essen oder Nicht-Essen? Josef Ostendorf, Sophie Rois und Marc Hosemann bei McDonalds. - © apa/B. Gindl

Theaterkritik

Krankheit Leben19

  • Frank Castorf arbeitet sich auf der Perner-Insel grandios an Knut Hamsuns Roman "Hunger" ab.

"Swastika" ist das erste Wort, das an diesem Abend fällt. Swastika benennt jenes jahrtausendealte religiöse Symbol, das die Nationalsozialisten zum Hakenkreuz entstellten. Der Schauspieler Marc Hosemann brüllt das Wort ein ums andere Mal, wie von der Tarantel gestochen tigert er über die Bühne. Nach dem stürmischen "Swastika"-Prolog nimmt "Hunger"... weiter




Alles verspielt: Brandon Jovanovich als Hermann (rechts). - © Salzburger Festspiele/Monika RittershausVideo

Salzburger Festspiele

Nur die Liebe ist kein Spiel3

  • Eine musikalisch stringente, szenisch plakative "Pique Dame" bei den Salzburger Festspielen.

Die Partitur ist durchzogen von ahnender Düsternis, vom letzten bis zum ersten Takt umkränzt von einem dramatischen Trauerflor. Dass die Tragödie bereits ihren Lauf genommen hat, steht schon beim ersten Ton außer Zweifel. Auch den kleinen Inseln, auf denen für die Dauer eines ewigen Augenblickes in glänzenden Bögen kurz so etwas wie Glück greifbar... weiter




Feine Lieddramaturgie: Diana Damrau und Jonas Kaufmann. - © Salzburger Festspiele, Marco Borrelli

Salzburger Festspiele

Große Namen, fein verknüpft8

  • Festspiele begeistern mit einem virtuos feinfühligen Pianisten und einem beinahe szenischen Liederabend.

Um so etwas wie eine Salzburger Dramaturgie im diesjährigen Festspielprogramm auszumachen, lohnt ein Blick in das Konzertprogramm. Am Wochenende ließen sich dabei einige spannende Rote Fäden aufgreifen, mit denen Intendant Markus Hinterhäuser seine zweite Saison durchzogen hat. Was den jüngsten Konzerten gemein ist: Sie wurden von namhaften... weiter




Debatte

Veruntreute Werke?9

  • Was bedeutet der Begriff Regietheater am Theater und was in der Oper? Annäherungen an einen hybriden Terminus, der bei den diesjährigen Salzburger Festspielen wieder einmal für Irritationen sorgt.

Regietheater im Schauspiel (pat) Das Schauspielprogramm der diesjährigen Salzburger Festspiele dürfte an diesem Wochenende auf einen Höhepunkt zusteuern, wenn am Samstag Knut Hamsuns Roman "Hunger" von Frank Castorf auf die Bühne gewuchtet wird. Niemand, der das Schaffen des Berliner Regisseurs kennt, glaubt ernsthaft daran... weiter




- © Monika Rittershaus

Theaterkritik

Körper von Gewicht4

  • Johan Simons eröffnet das Salzburger Schauspielprogramm mit "Penthesilea" als Zweikampf.

Dafür, dass Kleists Trauerspiel "Penthesilea" als unspielbar gilt, weil es über weite Strecken aus Botenberichten besteht, wird es recht häufig angesetzt. Auffallend ist dabei eine Tendenz zur Verdichtung. Das Gegenwartstheater arbeitet sich offenbar am Kleist-Destillat ab. Das Stück, angesiedelt im Trojanischen Krieg, sieht neun Protagonisten vor... weiter




Asmik Grigorian als Salome glänzt mit einem glasklaren Sopran. - © APAweb / Barbara Gindl

Oper

Die Furien der Verweigerung33

  • Eine packende wie mystische "Salome" als erstes Opernhighlight der Salzburger Festspiele.

Salzburg. Begehren ist eine Kraft, die sich der Logik entzieht. Doch es liegt in der Logik des Begehrens, sich an der Verweigerung weiter zu entzünden. Mehr noch: Wer das Begehren aller auf sich zieht, kann die eigene Erlösung nur noch an die absolute Verweigerung knüpfen. Dass sich daraus ein gefährlicher... weiter




Adam Plachetka (Papageno) und Christiane Karg (Pamina) sind in der "Zauberflöte" vokal gesehen gegen den Typ besetzt.  - © APAweb / Barbara Gindl

Zauberflöte

Unter Strom und an der kurzen Leine17

  • Die Salzburger "Zauberflöte" verirrt sich im Großen Festspielhaus auf der Suche nach neuen, radikalen Wegen.

Salzburg Es ist, als hätte er Mozart unter Strom gesetzt. Unter hochfrequenten Wechselstrom. Schon die Ouvertüre ist knallig furios. Die Töne, sie wirken wie kurz angerissen und sofort wieder fallen gelassen. Kein Verweilen, kein Entfalten von Klang. Doch was sich als musikalisch rasante Lesart unter Hochspannung erweisen hätte können... weiter




Die Wiener Philharmoniker zeigten sich am Wochenende besonders vielseitig.  - © Salzburger Festspiele / Anne Zeuner

Salzburger Festspiele

Klanggemälde im Angesicht des Todes10

  • Die Wiener Philharmoniker zeigten unter Andris Nelsons, dass sie auch als Jazzband agieren können.

Salzburg. Ein Konzert als Bindeglied und Staffelübergabe: Zugleich als letzten Programmpunkt der Ouverture spirituelle und als das erste Philharmonische des Salzburger Festspielsommers zeigten sich die Wiener am Wochenende mit Musiken von Bernd Alois Zimmermann und Gustav Mahler besonders vielseitig... weiter




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Das Tutu ist das Spezifikum der Ballerina, die elfengleich über die Bühne schwebt.

Bille August.