Szene aus der zauberflöte, Foto: APAweb

Dossier
Salzburger Festspiele
Der Sommer steht in Salzburg traditionell im Zeichen der Festspiele. Johan Simons, Frank Castorf, Dusan David Parizek und Ulrich Rasche - es sind vier starke Regisseure mit unverkennbaren Handschriften, die heuer das Schauspielprogramm prägen. Und in seiner zweiten Festival-Ausgabe hat Festspielintendant Hinterhäuser wieder fünf neue Operninszenierungen programmiert - wobei von Monteverdi bis Henze praktisch die gesamte Geschichte des Genres abgedeckt wird. Hinzu kommen zwei konzertante Arbeiten und die Wiederaufnahme der "Italiana in Algeri" von den Pfingstfestspielen.

Von 20. Juli bis 30. August.
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Salzburger Festspiele

- © APA/FRANZ NEUMAYR/LEO

Salzburger Festspiele

Der Aufklärung gefräßige Kinder16

  • Philipp Blom plädiert bei der Eröffnung der Salzburger Festspiele für eine neue, mutige Aufklärung.

Salzburg. Wir sind Kinder der Aufklärung - so rühmt sich Europa an der Schwelle der digitalen Revolution immer noch gerne. Aus ihren Errungenschaften glauben wir unsere Weltsicht abgeleitet zu sehen, auf sie stützen wir unseren mitunter bedrohlich wankenden und dadurch erst echt viel beschworenen Wertekanon... weiter




Bundespräsident Alexander Van der Bellen, Präsidentengattin Doris Schmidauer und Portugals Staatpräsident Marcelo Rebelo de Sousa vor der Eröffnung der Salzburger Festspiele. - © APAweb / Franz Neumayr / Leo

Salzburger Festspiele

Freundliches "Hallo" am Residenzplatz

  • Bundespräsident Van der Bellen und der portugiesische Präsident wurden vom Landeshauptmann empfangen.

Salzburg. Mit einem freundlichen "Hallo" und "Guten Morgen" haben Bundespräsident Alexander Van der Bellen und seine Frau Doris Schmidauer die Zaungäste am Freitag am Residenzplatz vor der offiziellen Eröffnung der Salzburger Festspiele begrüßt. Van der Bellen und sein Staatsgast, der portugiesische Präsident Marcelo Rebelo de Sousa... weiter




Sie sucht die Balance zwischen Spektakel-Spaß und Seelendrama: Opernregisseurin Lydia Steier. - © Sandra Then

Opernpremiere

Bunte Nachtmusik für drei Knaben5

  • "Die Zauberflöte" eröffnet am Freitag den Opernreigen in Salzburg. Lydia Steier über ihre Regie.

Der Name täuscht: Lydia Steier stammt nicht aus unseren Breiten. Zwar hat sie hier Wurzeln: Ihre Großeltern flohen aus Wien, als die Nationalsozialisten einmarschierten. Steier erblickte dann aber 1978 in Hartford, der Hauptstadt des US-Bundesstaates Connecticut, das Licht der Welt. Mittlerweile spricht sie aber doch Deutsch - mit nördlichem... weiter




Trostspender Dirigent Philippe Herreweghe. - © Sbg.Festsp./M. Borrelli

Salzburger Festspiele

Mit roher Macht, in voller Pracht9

  • Sakrale Musiken von Schütz und Ustwolskaja bei den Salzburger Festspielen.

"Ich kann mir ihre Aufführung am besten in einer Kirche vorstellen", sagte Galina Ustwolskaja über ihre eigenen Kompositionen. Es durchzöge sie nämlich ein spiritueller Geist. Wie sehr ein Kirchenraum die Musiken von Ustwolskaja verändert, ja auf welche Weise die Kollegienkirche selbst zu einem prägenden Mitaufführenden dabei wurde... weiter




Jeanne d’Arc: Renée Falconetti in Carl Dreyers Stummfilm aus dem Jahr 1928. - © Sbg.Festsp./Marco Borrelli

Salzburger Festspiele

Einsame Erkundungen der Polspitzen3

  • Mit Galina Ustwolskaja stand eine außergewöhnliche Komponistin im Zentrum der ersten Salzburger Festspieltage.

Salzburg. Als "Musik aus dem schwarzen Loch" hat Galina Ustwolskaja ihre Kompositionen beschrieben. Sie haben keine Verbindung zu anderen Musiken, stehen nur für sich. Wie sehr die Werke der 2006 verstorbenen russischen Komponistin diese Beschreibung einlösen, zeigte am Wochenende ein ihr gewidmeter Schwerpunkt bei den Salzburger Festspielen... weiter




Kluge und gefasste Verbindung: Tobias Moretti und Buhlschaft Stefanie Reinsperger. - © apa/Gindl

Theaterkritik

Und Gott sprach vom Band19

  • Michael Sturmingers zweiter Anlauf bei den Salzburger Festspielen zu Hofmannsthals "Jedermann".

Regen statt Wettersegen über Salzburg. Auch im zweiten Anlauf verfehlte der neue "Jedermann"-Regisseur Michael Sturminger bei der Premiere die Domfassade. Im Großen Festspielhaus leiden Hofmannsthals altertümelnde Knittelverse unter einer Tonverstärkung von Wanderkinoqualität. Und leidet die reiche Nuancenpalette des um das Innerste der Titelrolle... weiter




- © Smileus/stock.adobe.com

Salzburger Festspiele

Mit weit aufgerissener Seele3

  • Die Salzburger Festspiele starten heute mit ihrer Ouverture spirituelle. Die Passion und damit klingende Kreuzwege stehen heuer im Zentrum - von Bach bis in die Gegenwart. Doch wessen Leiden sind es, die hier nachzuhören sind?

"Was ist ein Dichter?" fragt Sören Kierkegaard in seinem philosophischen wie poetischen Erstlingswerk "Entweder - Oder": "Ein unglücklicher Mensch, der heiße Schmerzen in seinem Herzen trägt, dessen Lippen aber so geartet sind, dass, während Seufzer und Geschrei ihnen entströmen, diese dem fremden Ohr wie schöne Musik ertönen... weiter




Frank Castorf kommt mit "Hunger" nach Salzburg. - © Thomas Aurin

Theater

Schauspiel zwischen Antike und Gegenwart

  • Vier Neuproduktionen und ein veränderter "Jedermann" sind heuer in Salzburg zu sehen.

Salzburg. "So einen biederen, völlig weihelosen ,Jedermann' gab es schon lange nicht mehr", urteilte im Vorjahr die "FAZ" über Michael Sturmingers Neuinszenierung des Traditionsstücks mit Tobias Moretti und "Buhlschaft" Stefanie Reinsperger, während die "NZZ" "ein beinahe leises, mutig säkulares Kammerspiel" ortete... weiter




Franz Welser-Möst wird Salome dirigieren.  - © Michael Pöhn

Musiktheater

Ein Opernparcours vom Beginn bis zum Heute

  • Fünf Neuinszenierungen plus die Wiederaufnahme von den Pfingstfestspielen geplant.

Salzburg. Den Premiereneinstand bei den heurigen Festspielen gibt mit Mozarts "Zauberflöte" am 27. Juli gleich einer der Hausgötter, wobei man mit der gebürtigen Amerikanerin Lydia Steier (Jahrgang 1978) eine ebenso junge wie ausgewiesene Opernexpertin engagiert hat, die bereits Arbeiten an der Semperoper... weiter




Festspielfreuden: Hinterhäuser hinter Rabl-Stadler. - © apa/Neumayr

Bilanz 2017

Weichenstellung4

  • Salzburger Festspiele: Überschuss von 1,6 Millionen bei 97 Prozent Auslastung.

Salzburg. Spätestens wenn die Salzburger Festspiele zur Bilanz-Pressekonferenz laden, ist der Sommer unwiederbringlich vorbei. Sonnig verlief auch die erste Saison unter Intendant Markus Hinterhäuser: Bei einem Budget von 61,7 Millionen Euro wurden 29,9 Millionen Bruttoeinnahmen erwirtschaftet und ein Überschuss von 1,6 Millionen netto erzielt... weiter




Intensive Machtdramen in der Salzburger Felsenreitschule: Golda Schultz im "Titus" (l.), Gerald Finley und Anna Prohaska in "Lear" (r.). - © apa/Barbara Gindl

Nachlese 2017

Glanzlichter aus der Dunkelheit7

  • Auf Markus Hinterhäuser lasteten große Erwartungen - der neue Salzburg-Intendant hat sie weitgehend erfüllt. Eine Bilanz.

So unauffällig Markus Hinterhäuser für gewöhnlich durch die Salzburger Altstadt schleicht: Die Brust des Neo-Intendanten dürfte in den Vortagen geschwollen sein. Niemand geringerer als "The New Yorker", ein Prestigeblatt aus dem Big Apple, attestierte ihm eine Glanzleistung: In seinem ersten Leitungsjahr würde Hinterhäuser die "europäische Elite... weiter




Jedermann: Stefanie Reinsperger, Tobias Moretti. - © apa/Barbara Gindl

Nachlese 2017

Behutsame Ambitionen2

  • Die Bilanz des Schauspielprogramms der Salzburger Festspiele fällt durchwachsen aus: Hohe Ansprüche, nicht ganz geglückte Umsetzungen.

Salzburg. Die größte Überraschung des diesjährigen Schauspielprogramms war der "Jedermann". Hofmannsthals Knittelversdrama, das seit Beginn der Salzburger Festspiele anno 1920 alljährlich über den Domplatz (bzw. Festspielhaus) lärmt, wurde in diesem Jahr grundlegend erneuert. Im Rekordtempo - die Vorbereitungszeit belief sich auf knapp drei Monate... weiter




Lulu im Sturm der Gender-Debatte: Die dreifache Lulu Ariane Labed, Isolda Dychauk und Anna Drexler bedrängt Christian Friedel als Alwa. - © Monika Rittershaus

Nachlese 2017

Die Überdosis Sex3

  • Eine ambitionierte "Lulu" versandet auf der Perner-Insel in Hallein in Harmlosigkeit.

Plastikkugeln. Riesige Plastikkugeln. Die gewaltige Bühne der Perner-Insel in Hallein ist voll mit Kugeln im XL-Format. Am Beginn der Aufführung schweben sie zur Bühnendecke, geben eine leere, tiefschwarze Bühne frei (Bühnenbild: Florian Lösche). Tiergeräusche sind zu hören, man wähnt sich in einem Zoo... weiter




Mord im Wald der Kohlezeichnung: Wozzeck (Matthias Goerne) hat Marie (Asmik Grigorian) erstochen. - © apa/Neumayr/Leo

Nachlese 2017

Unter Mörderpuppen3

  • Salzburger Festspiele: Alban Bergs "Wozzeck" als Vorspiel zum Ersten Weltkrieg.

Es gehört zu den Eigenschaften eines Meisterwerks, dass es mitunter auch andere Kunst zum Leuchten bringt - jedenfalls, wenn diese Kunst nicht dem gleichen Genre angehört. Nehmen wir Oliver Stones Film "Natural Born Killers" als Beispiel: ein Blutbad, schrecklich effektüberladen und gewaltverliebt. Und doch gibt es da diese Mordszene... weiter




Ideale Aida: Anna Netrebko.

Nachlese 2017

Statische Klangpracht13

  • Anna Netrebko begeistert mit ihrem Aida-Debüt, Riccardo Muti protzt mit Klang, Shirin Neshat kapituliert als Regisseurin.

Technische Grenzen scheint sie nicht zu kennen. Ihr dunkler werdender Sopran ist in der Dramatik beeindruckend strahlend und solitär; in den lyrischen Passagen reduziert sie ihn zu berührenden, schillernden Pianissimi. Und auch im Wechsel zwischen der expressiven Durchschlagskraft und der poetischen Reduktion auf den Hauch eines Tones ist jede... weiter




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