Szene aus der zauberflöte, Foto: APAweb

Dossier
Salzburger Festspiele
Der Sommer steht in Salzburg traditionell im Zeichen der Festspiele. Johan Simons, Frank Castorf, Dusan David Parizek und Ulrich Rasche - es sind vier starke Regisseure mit unverkennbaren Handschriften, die heuer das Schauspielprogramm prägen. Und in seiner zweiten Festival-Ausgabe hat Festspielintendant Hinterhäuser wieder fünf neue Operninszenierungen programmiert - wobei von Monteverdi bis Henze praktisch die gesamte Geschichte des Genres abgedeckt wird. Hinzu kommen zwei konzertante Arbeiten und die Wiederaufnahme der "Italiana in Algeri" von den Pfingstfestspielen.

Von 20. Juli bis 30. August.
Link:
Salzburger Festspiele

Duo infernale: Roland Koch und Oliver Stokowski. - © apa/B. Gindl

Nachlese 2017

Ein Mensch verschwindet5

  • Andrea Breth eröffnet mit einer unnahbaren Harold-Pinter-Inszenierung das Schauspiel-Programm der Salzburger Festspiele.

Am Anfang sind Cornflakes. Am Ende löffelt Petey wieder Flocken, stiert in die Zeitung, tauscht Alltagsfloskeln mit seiner Frau Meg aus, als wäre nichts geschehen. Dabei ist gerade ein Mensch verschwunden. Petey und Meg am Frühstückstisch: Es ist einer der beklemmenden Momente in Andrea Breths Inszenierung von Harold Pinters "Die Geburtstagsfeier":... weiter




Tragen Mozarts "Tito": der berührende Chor von MusicAeterna und Golda Schultz als wunderbare Vitellia.

Nachlese 2017

Radikal gegenwärtig15

  • Tiefgründiger, heutiger und berührender kann Oper kaum sein als die "Clemenza" bei den Salzburger Festspielen.

Die Bühne füllt ein Meer aus Blumen, Grab- und Teelichtern, zwischen ihnen sind aus Teddybären und Fotorahmen kleine Altäre gebaut. Es hat einen Anschlag gegeben. Menschen mit gesenkten Köpfen stehen um das Mahnmal, spenden einander in ihrer Trauer Trost. Sie beginnen zu singen: "Kyrie eleison", bitten sie, "Herr, erbarme dich"... weiter




Jedermann 2017

Abend der frömmelnden Gaukler34

  • Der "Jedermann" in totaler Neuinszenierung von Michael Sturminger bei den Salzburger Festspielen.

Dass irgendwann, wie schon Wagner in Bayreuth vor Jahrzehnten, auch das von Hofmannsthal und Max Reinhardt 1911 für ein Berliner Zirkuszelt wiedererweckte "Jedermann"-Morality-Play aus dem Artenschutz fällt, war vorauszusehen. Der Antritt Markus Hinterhäusers als Intendant förderte den Traditionsbruch... weiter




Tobias Moretti und Stefanie Reinsperger in "Jedermann". - © apa

Jedermann 2017

"Erotik der Intimität"13

  • "Jedermann" in zeitgenössischer Inszenierung gibt den Startschuss für die Salzburger Festspiele.

Salzburg. (austa) Im April nahm Regisseur Michael Sturminger kurzfristig die Herausforderung an, sich das Eröffnungs- und Herzstück der Salzburger Festspiele vorzunehmen. Die in "unfassbar kurzer Zeit", so Sturminger, gestaltetete zeitgenössische Inszenierung des "Jedermann" feiert heute, Freitag, am Salzburger Domplatz ihre Premiere... weiter




Die künstlerische Bilanz der Salzburger Festspiele 2016 ist eher problematisch. - © Sbg. Festspiele/Luigi Caputo

Nachlese 2016

Nur wenig edle Tropfen2

  • Durchwachsen kann man den Salzburger Festspieljahrgang 2016 kaum nennen. Eher nur schwach.

Salzburg. Zugegeben: Die Umstände, unter denen die diesjährigen Salzburger Festspiele zustande gekommen sind, waren nicht gewöhnlich. Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler und Schauspiel-Chef Sven-Eric Bechtolf zeichnen nach dem Vorjahr auch für den Sommer 2016 verantwortlich. Letzterer auch als künstlerischer Gesamtplaner... weiter




Nachlese 2016

Plácido Domingo macht die Kurtisane zur Nonne7

Plácido Domingo, der alte Fuchs, weiß, wie er sich einschätzen kann und was er sich (noch) zutrauen darf. Die Rolle des Eremiten Athanaël in Massenets "Thaïs" gehört dazu, obwohl sie für den Sänger kaum eine Minute zum Durchschnaufen bereit hält. Immer steht Athanaël in der ersten Reihe, ist er damit beschäftigt, Thaïs... weiter




Die Salzburger Festspiele versuchten die Auferweckung von "Der Ignorant und der Wahnsinnige" (v.l.n.r): Barbara de Koy, Sven-Eric Bechtolf, Annett Renneberg, Christian Grashof. - © Ruth Walz/Festspiele

Nachlese 2016

Mit Lichtzauber in die Finsternis8

  • Wieder bei den Salzburger Festspielen: "Der Ignorant und der Wahnsinnige" von Thomas Bernhard.

Nur acht Seiten stark das Programmheft 1972 zu "Der Ignorant und der Wahnsinnige". Die Eintrittskarte steckt noch drinnen. 200 Schilling, indextreu umgerechnet 57,60 Euro, für den denkbar exklusivsten Kunstgenuss! Denn nach der Premiere untersagten Thomas Bernhard und Claus Peymann jede weitere Darbietung von "Der Ignorant und der Wahnsinnige"... weiter




Konzert

Sternstunde des Wissens um einander

  • Salzburger Festspiel: Zubin Mehta und die Wiener Philharmoniker.

"Mit 25 Jahren hatte er bereits die Wiener und die Berliner Philharmoniker sowie das Israel Philharmonic Orchestra dirigiert." Das schreibt sich so einfach hin in der Biografie. Zubin Mehta ist mittlerweile 80 - eine Zeitspanne, für die das Wort Geschichte wohl angebracht ist. Ein nettes Apercu dazu lieferte Präsidentin Helga Rabl-Stadler... weiter




Ildebrando D‘Arcangelo und Carmela Remigio. - © apa/Gindl

Nachlese 2016

Von Menschen und Koffern2

  • Wiederaufnahme des Salzburger "Don Giovanni" - szenisch mäßig, doch hinreißend dirigiert.

Spät, aber doch kommt nun Leben in das hölzerne Einheitsbühnenbild. 2014 hatte Regisseur Sven-Eric Bechtolf im Haus für Mozart einen Don Giovanni vorgestellt, der in einem Mittelding aus Hotel und Bordell weibert. Zwar hat Bechtolf, noch heuer Übergangs-Intendant in Salzburg, diese mäßige Kreativleistung für die aktuellen Festspiele nicht... weiter




Prunkvolle Orientbilder, aber keine Liebesgeschichte: Alvis Hermanis setzt auf üppiges Ausstattungstheater. - © Salzburger Festspiele/Forster

Nachlese 2016

Zu Gold erstarrt4

  • Die Salzburger Festspiele haben Strauss’ "Liebe der Danae" szenisch und musikalisch üppig bebildert.

Mitunter müssen die letzte Takte einer Aufführung erklungen sein, um dem Klang der ersten Sinn zu verleihen. Für sich genommen gerieten Franz Welser-Möst der erste und teils der zweite Akt von Richard Strauss‘ "Liebe der Danae" im Großen Salzburger Festspielhaus allzu metallisch, gleißend und markant... weiter




Nachlese 2016

Zähes Ende5

  • Nicholas Ofczarek und Michael Maertens suhlen sich bei Becketts "Endspiel" in ihrem Talent.

Das Warten haben sie längst hinter sich. Auf die alles vernichtende Katastrophe etwa, auf einen Godot oder gar Gott — "Der Lump existiert nicht." — "Noch nicht." Nicht einmal auf das Ende warten die vier Figuren noch, es ist bereits da. Doch es erweist sich als zäh, dieses Ende, will zu keinem Ende kommen... weiter




Nachlese 2016

Zum letzten Mal den Jedermann

  • Cornelius Obonya gibt die Traditionsrolle mit Ende der Festspiele nach vier Spielzeiten ab.

Salzburg/Wien. Cornelius Obonya hat genug vom "Jedermann": Nach vier Spielzeiten in der Titelpartie des Hofmannsthal-Klassikers wird der 47-Jährige seine Rolle zurücklegen. "Das ist meine letzte Saison", unterstrich der Schauspieler in einem Pressegespräch in Salzburg. Das Traditionsstück hatte am Samstagabend seine heurige Premiere - wegen Regens... weiter




Starker Tobak statt Wohlfühlpremiere: Regisseur Peter Konwitschny klagt in "Die Eroberung von Mexico" eine materialistische Gesellschaft an - und damit auch das Festspielpublikum. - © apa/Barbara Gindl

Festspiel-Bilanz 2015

Kreative Krisenbewirtschaftung1

  • Wie waren sie, die Salzburger Festspiele? In der Königskategorie Oper jedenfalls ein Erlebnis - trotz schwieriger Verhältnisse.

"Jedes Ding hat seine Zeit", singt die Marschallin im "Rosenkavalier". Der Opernhit von Richard Strauss darf freilich als Ausnahme von der Regel gelten. Die Komödie über ein Alt-Wien, das es so nie gab, wird selber nie alt, und sie demonstriert diese Unverwüstlichkeit regelmäßig bei den Salzburger Festspielen... weiter




Ein Triumph: HK Gruber dirigierte die "Dreigroschenoper" mit Max Raabe (l.). - © Salzburger Festspiele/Borrelli

Nachlese 2015

So jung ist Weills Musik

  • Eine Wiedergutmachung: "Die Dreigroschenoper", originalgetreu in Salzburg.

Der Vergleich macht sicher: wenn schon "Dreigroschenoper", dann mit der Musik von Kurt Weill. Und zwar so und nicht anders gespielt wie am Samstag in der Felsenreitschule vom Ensemble Modern unter HK Gruber. Die Salzburger Festspiele hatten ja - eine große Ausnahme - von der pingelig über die Originalgestalt der Musik wachenden Weill-Foundation die... weiter




Nachlese 2015

Ein Prachttenor und eine leidende Charlotte4

Bei den Salzburger Festspielen ergänzt Jules Massenets "Werther", mit dem Libretto nach Goethes "Die Leiden des jungen Werther", das durchwachsene Opernprogramm. Piotr Beczała interpretiert die Titelpartie, für die er vom Publikum am Samstagabend gefeiert wurde. Er stattet den poetischen Schwärmer mit frei strömendem... weiter




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