• vom 26.07.2018, 07:00 Uhr

Sand


Steinbruch

Wo der Sand herkommt




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Von Hannes Flatz

  • 950 Sand- und Kiesgruben und 350 Steinbrüche sichern die Versorgung in Österreich.

Steinbruch Hollitzer bei Bad Deutsch-Altenburg mit der Donau im Hintergrund. - © Hannes Flatz

Steinbruch Hollitzer bei Bad Deutsch-Altenburg mit der Donau im Hintergrund. © Hannes Flatz



Wien. Steigt man in Bad Deutsch-Altenburg in Niederösterreich - eine kleine Gemeinde mit 1700 Einwohnern nahe Hainburg an der slowakischen Grenze - aus dem Zug, so sieht man auf den ersten Blick ein recht großes Werksgebäude. Wer Glück hat, kann beobachten wie riesige Mengen Steine, Kies und Sand in Güterwaggons verladen werden. Denn dahinter befindet sich ein gewaltiger Steinbruch.

"Als allererstes wird der Wald über dem abzubauenden Gestein gerodet", erklärt Betriebsleiter Florian Bauer. Er führt gemeinsam mit Projektentwickler Philipp Wiederhold durch den Steinbruch Hollitzer und legt den Produktionsablauf dar. Der Betrieb gehört dem deutschen Unternehmen Rohrdorfer. Seit 112 Jahren wird hier schon abgebaut.


Aber: Wie entsteht aus einem Berg Sand? Und: Woher stammt der österreichische Sand?

Erde wird am Ende
wieder aufgetragen

Im nächsten Schritt wird dann Erde abgetragen, bis man auf festen Felsen stößt. Die Erde wird Jahre später für den Rekultivierungsprozess wiederverwendet. Danach soll sich die Natur den Lebensraum zurückerobern können. Wobei ein Steinbruch auch während der Nutzungsdauer keine vegetationslose Wüste ist, so hat sich hier beispielsweise eine Herde Mufflons angesiedelt. Die Paarhufer finden hier einen optimalen Lebensraum vor.

Auf das Gelände geht es nur mit Stahlkappenschuhen, Helm, Brille und gelber Weste. Wir stehen ganz oben auf dem Berg - mehrere dutzend Meter über dem Talboden - und überblicken das enorme Ausmaß des Steinbruches. Einmal kommt Geröll ins Rutschen, der Helm hat schon seine Berechtigung.

"Gut 800.000 Tonnen an Baurohstoffen werden hier jährlich abgebaut," erklärt Franz Schalko, der Geschäftsführer des Steinbruchs. Der Steinbruch leistet damit einen wichtigen Beitrag zur österreichischen Baurohstoffautonomie, was weltweit gesehen keine Selbstverständlichkeit ist.

Branche stellt 5000 Arbeitsplätze zur Verfügung
Die gut 950 Sand- und Kiesgruben sowie die rund 350 Steinbrüche in Österreich sichern jedoch hierzulande die Versorgung, legt das Forum mineralische Rohstoffe der Wirtschaftskammer dar. Dabei beträgt die durchschnittliche Distanz von der Gewinnungsstätte bis zum Endverbraucher nur 25 Kilometer. Denn aufgrund des niedrigen Marktpreises von Baurohstoffen übersteigen laut Forum Rohstoffe bereits ab 30 Kilometern die Transportkosten jene der Produktion.

Steinbrüche sind deshalb gerade in ländlichen Regionen auch ein wichtiger regionaler Arbeitgeber. Im Betrieb in Bad Deutsch-Altenburg sind 25 Menschen beschäftigt, in ganz Österreich stellt die Branche laut Forum Rohstoffe gut 5000 Arbeitsplätze zur Verfügung.

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Schlagwörter

Steinbruch, Sand, Rohstoff, Hollitzer

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Dokument erstellt am 2018-07-25 16:41:12



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