Musik war für mich immer wichtig. Inzwischen ist es jedoch mehr ein social thing. Wenn ich von meiner Lesereise zurückkomme, treten wir auf und haben einige Gigs vor Weihnachten. Das ist schon Tradition. Wir spielen in diesen Clubs jedes Jahr. Ich freue mich schon darauf. Ich treffe meine Bandmitglieder, mit denen ich befreundet bin und unsere Fans, die schon viele unserer Konzerte besucht haben. Das ist dann wie eine Sing-along-Party zum Mitsingen. Jeder im Publikum weiß, dass wir keine Superstars sind. Es ist wie eine Absprache. Sie lassen uns Popstars auf Zeit sein, bis der Gig vorbei ist. Wir gehen nicht mehr groß auf Tournee. Wir sind inzwischen eine faule Band. Wir wollen in unseren eigenen Betten aufwachen.

Hatten Sie eigentlich nie Angst, dass Ihr Kinderbuch "Doktor Proktor" Ihr Image als cooler Thrillerautor beeinträchtigen würde?

Doch. Ich rechnete sogar damit, dass mein erstes Kinderbuch total verrissen wird. Aber meine Befürchtungen erwiesen sich als grundlos. Das Buch wurde mit Enthusiasmus aufgenommen. Inzwischen hat die Serie viele Fans auf der ganzen Welt und ich muss mir darüber zum Glück keine Gedanken mehr machen.

Welche Rolle spielten Bücher und Geschichten in Ihrer Kindheit?

Meine Mutter war Bibliothekarin. Mein Vater saß jeden Nachmittag im Wohnzimmer und las. Außerdem erzählte er viele Geschichten. Als ich sieben Jahre alt war, zog ich die dunkle Parabel auf die verborgene Barbarei zivilisierter Gesellschaften "Herr der Fliegen" von William Golding aus dem Bücherregal, weil das Cover mit einem blutigen Schweinekopf mich faszinierte. Ich bat ihn, mir daraus vorzulesen. Aber so richtig Spaß gemacht hat mir Mark Twain mit seinem Huckleberry Finn. Das war das erste Buch, das ich selber gelesen habe.

Als Thrillerautor versetzen Sie Ihre Leser in Angst. Wovor haben Sie sich als Kind gefürchtet?

Vor dem gelben Troll im Keller. Er wartete auf die Kinder, die von ihren Müttern zum Kartoffelholen geschickt wurden.