Als Spionin für den deutschen Geheimdienst führte sie den Decknamen H 21. - © wikicommons
Als Spionin für den deutschen Geheimdienst führte sie den Decknamen H 21. - © wikicommons

Den Haag. Das Geburtshaus der legendären Spionin Mata Hari ist bei einem Feuer zerstört worden. Ein Mann kam nach Presseberichten vom Sonntag bei dem Brand im friesischen Leeuwarden am Vorabend ums Leben. Feuerwehrleute kämpften stundenlang gegen die Flammen, die neben dem Geburtshaus von Mata Hari elf Wohn- und vier Geschäftshäuser verwüsteten.

Mata Hari wurde im Jahr 1876 als Margaretha Geertruida Zelle als Tochter eines Kaufmanns in Leeuwarden geboren. Im Jahr 1903 ging die niederländische Staatsbürgerin nach Paris, wo sie als Nackttänzerin Karriere machte. Während des Ersten Weltkriegs wurde sie im Jahr 1917 in Frankreich wegen Spionage für Deutschland festgenommen, später unter Ausschluss der Öffentlichkeit zum Tod verurteilt und am 15. Oktober hingerichtet.

Dass Mata Hari, vermutlich im Spätherbst 1915, in den Dienst des deutschen Geheimdienstes trat, ist heute unstrittig. Aus den zeitgenössischen Akten des britischen Geheimdienstes MI5, die am 21. Januar 1999 freigegeben wurden und nun im Britischen Nationalarchiv öffentlich zugänglich sind, geht jedoch hervor, dass sie offenbar keine wesentlichen Geheimnisse an die Deutschen verraten hat. Derzeit scheint es, als habe Mata Hari am Ende ihrer Tanzkarriere mit einer kläglich-naiven, bedeutungslosen Informationstätigkeit ihr drohendes Schicksal, als Künstlerin in Vergessenheit zu geraten und unter akuter Geldnot zu leiden, abzuwenden versucht und dabei die Gefährlichkeit ihres Handelns nicht erkannt.

Ihr Leben wurde mehrfach verfilmt, unter anderem mit Greta Garbo und Zsa Zsa Gabor in der Hauptrolle.