• vom 01.12.2017, 19:30 Uhr

Stadtentwicklung


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Geht es auch ohne Bürgermeister?




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Von Christian Rösner

  • Was eine zukunftsfitte Stadt ausmacht, wurde bei einer Veranstaltung des ÖVP-nahen Stadtforums diskutiert.

Viele Personen, viele Ideen: Diskussion mit Zuna-Kratky, Blümel, Moderatorin, Giesswein und Horx-Strathern.

Viele Personen, viele Ideen: Diskussion mit Zuna-Kratky, Blümel, Moderatorin, Giesswein und Horx-Strathern.© photonews.at/G. Schneider Viele Personen, viele Ideen: Diskussion mit Zuna-Kratky, Blümel, Moderatorin, Giesswein und Horx-Strathern.© photonews.at/G. Schneider

Wien. Sechs Faktoren sind es, die künftig darüber entscheiden werden, ob sich eine Stadt positiv entwickelt oder nicht, erklärte die Trendforscherin Oona Horx-Strathern bei einer Podiumsdiskussion, die vom ÖVP-nahen Stadtforum und der Stadtakademie organisiert wurden. Die Faktoren lauten: Smart Government City, Creative City, Human City, Knowledge City, Nature City und Health City. Etwa als innovatives Beispiel zum Faktor Health City brachte die Forscherin ein Projekt in Stockholm, wo U-Bahn-Treppen in Klaviertasten umfunktioniert wurden - mit dem gesundheitsfördernden Effekt, dass die Passanten kaum noch die daneben befindliche Rolltreppe nutzten.

Unter dem Titel "Von der anspruchslosen Stadt zur Stadt mit Anspruch" wurde bei einer anschließenden Podiumsdiskussion u.a. mit Wiens ÖVP-Chef Gernot Blümel, der Direktorin des Technischen Museums, Gabriele Zuna-Kratky und dem Mitbegründer von Digital City Wien Martin Giesswein auch darüber diskutiert, wie wichtig die Rolle des Bürgermeisters in einer Stadt ist. Laut Giesswein ist es nämlich das Potenzial der Menschen in der Stadt dafür ausschlaggebend, wie sich eine Stadt entwickelt und nicht der Bürgermeister, der sie regiert. Vor allem die Talente einer Stadt bzw. die dort ausgebildeten Menschen hätten bei Standortentscheidungen von Unternehmen eine große Bedeutung, meinte Giesswein. Horx-Strathern sieht den Bürgermeister wiederum vielmehr in der Rolle des Dirigenten, dessen zukunftsweisende Aufgabe es ist, die sechs genannten Faktoren zu orchestrieren. Der Bürgermeister im herkömmlichen Sinn hätte damit ausgedient.


Bürgermeister als Karotte
Im Zusammenhang mit dem Faktor Smart Government City brachte die Forscherin ein weiteres originelles Beispiel aus Bogota. Dort wollte nämlich der Bürgermeister die Kriminalitätsrate senken, indem er sich im Fernsehen als Karotte verkleidete, um täglich ab 24 Uhr die "Karottenstunde" einzuläuten: In dieser Stunde wurden die Männer dazu aufgerufen, auf Alkohol zu verzichten und nach Hause zu gehen, um ein Glas Karottensaft zu trinken. Tatsächlich sei die Kriminalitätsrate merkbar zurückgegangen, so die Forscherin. Nachsatz: "Ich weiß, das wäre hier in Wien nur schwer vorstellbar." Aber für sie zählt auch das Global Parliament of Majors, das sich 2016 erstmals zum Erfahrungsaustausch getroffen hat, zum Faktor Smart Government.

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Dokument erstellt am 2017-12-01 16:29:06


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