Damaskus. Seit Ende Dezember gilt in Syrien eine von Russland und der Türkei vermittelte Waffenruhe. Nach Angaben von UN-Vermittler Staffan de Mistura hält sie "im Großen und Ganzen". Dennoch flammt die Gewalt immer wieder auf, wie Aktivisten berichten.

OST-GHOUTA: Im Osten der Hauptstadt Damaskus kommt es regelmäßig zu Gefechten und Artilleriebeschuss der Armee. Die Opposition wirft der Regierung vor, sie blockiere und beschieße Ost-Ghouta, um gegnerische Kämpfer zum Abzug zu zwingen - so wie sie es in anderen Regionen des Landes bereits zuvor getan hat. Nach Angaben regierungstreuer Medien laufen darüber in mehreren Orten von Ost-Ghouta Verhandlungen. Sollte die Armee den Osten von Damaskus wieder unter Kontrolle bringen, hätte sie das Umland der Hauptstadt fast vollständig gesichert.

HOMS: Regierungskräfte beschießen nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte den belagerten Stadtteil Al-Waer der zentralsyrischen Stadt Homs. Bei Luftangriffen starben demnach vor einer Woche ein Kind und eine ältere Frau. Damit seien in Al-Waer innerhalb von elf Tagen 27 Zivilisten getötet worden.

DERAA: Am 12. Februar beginnen mehrere Rebellengruppen einen Angriff auf Regierungskräfte in dem Viertel Manshia, das zu der Stadt Deraa im Süden Syrien gehört. Das sei der erste größere Bruch einer Waffenruhe in der Region gewesen, die dort seit Februar 2016 gelte, erklärte das in Washington ansässige Militärforschungsinstitut ISW. Auch am Donnerstag gab es dort heftige Kämpfe.

PROVINZ IDLIB: Aus der fast vollständig von Rebellen gehaltenen Provinz im Nordwesten Syriens melden die Aktivisten der Menschenrechtsbeobachter regelmäßig Gefechte und Luftangriffe der Regierungskräfte. Zugleich bekämpften sich dort in den vergangenen Wochen rivalisierende Rebellengruppen.

Daneben gibt es weiterhin im mehreren Gebieten Kämpfe mit der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS). Diese ist jedoch wie andere extremistische Gruppen von der Waffenruhe ausgenommen.