2) VON DER TÜRKEI UNTERSTÜTZTE REBELLENGEBIETE

Die Türkei drang 2016 und 2018 auf syrisches Territorium vor, um Rebellengruppen dort zu unterstützen. Nach und nach wurde so ein Landstreifen entlang der Grenze geschaffen, der von Afrin im Westen bis zum Euphrat im Osten reicht. Die Türkei half den Aufständischen beim Aufbau von Kommunalverwaltungen und Polizei und richtete Schulen und Krankenhäuser ein. Außerdem weitete die Türkei ihr eigenes Postsystem und andere öffentliche Dienste dorthin aus.

Obwohl die Rebellengruppen in dem Gebiet Assad ablehnen, haben sie die Regierung seit Beginn des türkischen Einmarsches nicht mehr direkt bekämpft. Auch in dieser Region haben ebenso wie wie in Idlib Kämpfer und Zivilisten aus anderen Rebellenenklaven wie Ost-Ghouta Zuflucht gefunden, die sich der Regierung ergeben mussten.

Kurdische Gruppen beschuldigen die Türkei und die Rebellen, eine Umsiedelungspolitik zu betreiben. Menschen aus anderen Teilen Syriens würden in die Häuser von Kurden einziehen, die im Februar vor dem Einmarsch der Türken in Afrin geflogen seien. Die Türkei und die Rebellen bestreiten diesen Vorwurf.

3) REBELLEN UND US-TRUPPEN IN TANF

Das US-Militär richtete 2016 gemeinsam mit der Rebellengruppe Jaysh Maghawir al-Thawra (Revolutionäre Kommando-Armee) einen Stützpunkt in Tanf ein, tief in der Wüste nahe den Grenzen zu Jordanien und dem Irak. Die Basis liegt in der Nähe der Autobahn von Damaskus nach Bagdad. Die US-Truppen haben eine weite Pufferzone darum gezogen und greifen jeden Verband an, der die Straße benutzen will oder sich dem Camp nähert.

SYRISCHE DEMOKRATISCHE STREITKRÄFTE UND VERBÜNDETE

Die kurdische YPG-Miliz übernahm 2012, als die Regierungstruppen in den Kampf gegen die Rebellen im Westen zogen, die Kontrolle über weite Gebiete im Nordosten Syriens. 2014 stellte sich die YPG mit anderen Gruppen der Extremistenmiliz Islamischer Staat auf deren Vormarsch entgegen und erhielt dafür auch Unterstützung der USA. Daraus bildeten sich die Syrischen Demokratischen Streitkräfte (SDF), eine Allianz kurdischer und arabischer Milizen, die Hilfe von den USA und deren Verbündeten bekam.

Die SDF kontrollieren heute fast ein Viertel von Syrien östlich des Euphrats, darunter die frühere IS-Hauptstadt Raqqa und Teile der wichtigsten Ölfelder des Landes. Die Kämpfer nahmen 2016 auch die Gegend um Manbij ein, die westlich des Euphrats liegt. Dies ist ein großer Streitpunkt mit der Türkei, die die YPG und die SDF als Ableger der verbotenen Kurdischen Arbeiterpartei PKK betrachtet. Manbij selbst steht unter der Kontrolle eine örtlichen Miliz, die mit den SDF verbündet ist. Die USA und die Türkei verhandeln über die Zukunft der Stadt.

ISLAMISCHER STAAT

Die Extremistenmiliz IS kontrollierte zeitweise einen Großteil Ostsyriens, verlor durch Gegenoffensiven der Regierung und der SDF 2016 und 2017 aber fast ihr komplettes Territorium. Heute hält der IS noch einen schmalen Streifen Landes am Nordufer des Euphrats und einige Flecken in der Wüste in Zentralsyrien.