• vom 04.02.2016, 10:01 Uhr

Syrien - Ein zerstörtes Land

Update: 04.02.2016, 16:04 Uhr

Geberkonferenz

Großbritannien und Norwegen sagen Milliarden zu




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Von WZ Online, APA


    London. Großbritannien und Norwegen haben vor Beginn der Geberkonferenz für Syrien umgerechnet etwa 2,6 Milliarden Euro bis 2020 zugesagt. Damit erhöhten sie den Druck auf die anderen Länder, sich ebenfalls Gelder locker zu machen.

    "Wir können den Menschen die Hoffnung geben, die nötig ist, um sie von der gefährlichen Reise nach Europa abzuhalten", sagte der britische Premierminister David Cameron am Donnerstag. Norwegens Ministerpräsidentin Erna Solberg sagte, wenn die Konferenz scheitere, werde die Lage für die Menschen in Syrien und in den Nachbarländern sich weiter verschlechtern. "Das wird Auswirkungen auf die gesamte internationale Gemeinschaft haben."

    Billiger vorort zu helfen, als sie in Europa zu versorgen

    Bei der Geberkonferenz, an der Dutzende Staats- und Regierungschefs sowie Hilfsorganisationen teilnehmen, sollen rund zehn Milliarden Euro für die Versorgung von Flüchtlingen im Nahen Osten allein für dieses Jahr eingesammelt werden. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat zusammen mit Cameron sowie den Regierungen von Norwegen und Kuwait die Konferenz angestoßen. Ihre Hauptbotschaft: Es ist viel billiger, den Menschen in oder in der Nähe ihrer Heimat zu helfen, als sie in Europa versorgen zu müssen.

    Auslöser für die gemeinsame Initiative ist vor allem die ernüchternde Bilanz des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR und des Welternährungsprogramms WFP im vergangenen Jahr. Weil viele Länder Zusagen von der Geberkonferenz in Kuwait im März 2015 nicht einhielten, mussten die Lebensmittelrationen für Flüchtlinge drastisch reduziert werden.

    Kerrys Vorwurf: Militärische statt politische Lösung

    Nach der Vertagung der Syrien-Friedengespräche in Genf haben die USA der Regierung in Damaskus vorgeworfen, den Konflikt militärisch statt politisch lösen zu wollen. Dies zeigten die anhaltenden Angriffe auf Stellungen der Opposition, erklärte US-Außenminister John Kerry am Mittwoch. Er wies darauf hin, dass die Vorstöße der syrischen Armee von russischen Luftangriffen unterstützt würden. Kerry forderte die Regierung von Präsident Baschar al-Assad auf, insbesondere die Bombardierung der Stadt Aleppo einzustellen und die Belagerung von Zivilisten zu beenden.

    Der Syrien-Sondergesandte der Vereinten Nationen, Staffan de Mistura, hatte die Friedensverhandlungen in Genf zuvor für drei Wochen ausgesetzt. Seit ihrem Beginn am Freitag gab es keine greifbaren Fortschritte. Der Verhandlungsführer der syrischen Regierung, Baschar al-Dscha'afari, warf der Opposition vor, sich von den Gesprächen zurückgezogen zu haben. Grund dafür seien ihre jüngsten militärischen Niederlagen.

    Information

    Die Vereinten Nationen sprechen für 2016 von 7,7 Milliarden Dollar. Die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung versprach 900 Millionen Euro für Flüchtlinge aus Syrien zur Verfügung zu stellen. Auch Deutschland als einer der Organisatoren der Konferenz will Medienberichten zufolge weitere 500 Millionen Euro locker machen. Österreich möchte dagegen nicht mehr ausgeben als schon im Vorjahr versprochene 60 Millionen Euro. Bundeskanzler Werner Faymann gehört zu den Teilnehmern der Konferenz, zu der Vertreter aus 70 Nationen erwartet werden.





    Schlagwörter

    Geberkonferenz, Syrien, Milliarden

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    Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
    Dokument erstellt am 2016-02-04 10:03:24
    Letzte Änderung am 2016-02-04 16:04:24



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