Damaskus/Brüssel/Genf.  Zum Auftakt der internationalen Syrien-Konferenz in Brüssel hat die UNO vor massiven Engpässen bei der Versorgung von Millionen Flüchtlingen aus dem Bürgerkriegsland gewarnt. Von notwendigen 4,6 Milliarden Euro für die Unterstützung von Flüchtlingen in Nachbarländern Syriens in diesem Jahr seien bisher erst 433 Millionen Euro bereitgestellt worden.

Das erklärten das UNO-Flüchtlingshilfswerk UNHCR und das Entwicklungsprogramm UNDP am Dienstag in Genf. Dies seien "nur neun Prozent von dem, was nötig ist".

Unterstützung gestrichen

"Ohne zusätzliche Finanzierung werden alle Bereiche der Unterstützung in diesem Jahr beschnitten", erklärten die UNO-Organisationen im Namen von 240 internationalen und nationalen Partnerorganisationen und den Regierungen der Aufnahmeländer rund um Syrien. Sie zeigten sich "äußerst besorgt", da Hilfsprogramme zur Versorgung mit Nahrungsmitteln und Bargeld ab Mitte des Jahres "verringert oder gestrichen" werden müssten. "Dies stellt die Stabilität und Sicherheit in der Region in Frage."

Den UNO-Organisationen zufolge befinden sich derzeit mehr als fünf Millionen Syrien-Flüchtlinge in Ägypten, im Irak, Libanon, in Jordanien und der Türkei. Die meisten Familien lebten unter der Armutsgrenze und würden angesichts fehlender Hilfe gezwungen sein, ihre Kinder aus der Schule zu nehmen. Schon jetzt bekommt demnach eine halbe Million Flüchtlingskinder keine Schulbildung.

Geberländer beraten in Brüssel

Die Brüsseler Hilfskonferenz zu Syrien wird von der EU und UNO mit Unterstützung mehrerer Länder organisiert. Am Dienstag standen zunächst Gespräche mit Hilfsorganisationen auf dem Programm, wie die Unterstützung für die Syrien-Flüchtlinge weiter gewährleistet werden kann. Am Mittwoch kommen dann die Minister der Geberländer in Brüssel zusammen.

Ziel ist die Umsetzung der Hilfszusagen der Londoner Geberkonferenz aus dem vergangenen Jahr, bei der die internationale Gemeinschaft rund zehn Milliarden Euro zugesagt hatte. Neben den Flüchtlingen außerhalb Syriens ist auch die Unterstützung für 13,5 Millionen Menschen im Land selbst Thema, die durch die Kämpfe aus ihren Heimatorten vertrieben wurden. Zudem soll die Konferenz die Suche nach einer politischen Lösung für den Syrien-Konflikt unterstützen.