Paris. Wenn es um Giftgasangriffe in Syrien geht, ist oft von "roten Linien" die Rede. US-Präsident Donald Trump und Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron drohen der Regierung von Machthaber Bashar al-Assad immer wieder mit Vergeltung, sollten sich die Berichte über Chemiewaffenangriffe auf Zivilisten bestätigen.

Erstmals zog der frühere US-Präsident Barack Obama im Syrien-Konflikt eine solche "rote Linie". Seine Drohung mit einem Militäreinsatz machte Obama aber auch nach dem Giftgasangriff mit bis zu 1.400 Toten nahe der Hauptstadt Damaskus im August 2013 nicht wahr. Stattdessen ließ er sich auf den russischen Vorschlag ein, das syrische Chemiewaffenarsenal außer Landes bringen und vernichten zu lassen.

Dennoch gehen die Giftgasattacken weiter. Auch hinter dem jüngsten Chlorgasangriff auf die Rebellenhochburg Duma vermutet der Westen die Assad-Regierung. Trump twitterte nun, wenn Obama seine rote Linie umgesetzt hätte, "wäre die syrische Katastrophe schon lange beendet".

Macron hatte bereits mehrfach gewarnt, ein weiterer Einsatz von Chemiewaffen in Syrien sei eine "rote Linie", auf die Frankreich mit einem Militäreinsatz antworten könne.

Syrien-Experten halten aber auch die Strategie von Trump und Macron für riskant: Wer ständig nur mit Vergeltung drohe, aber nicht eingreife, mache sich unglaubwürdig, argumentieren sie.