Brüssel. Nach der Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten erwartet die EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström eine Unterbrechung der TTIP-Freihandelsgespräche. "Es gibt gute Gründe zu glauben, dass es eine Pause bei TTIP geben wird, dass das hier nicht die größte Priorität für die neue Regierung sein dürfte", sagte sie am Freitagmorgen in Brüssel.

Trump hatte sich im Wahlkampf kritisch zu internationalen Freihandelsverträgen ausgesprochen.

Malmström plädierte dafür, dass beide Seiten auf "technischer Ebene" in Kontakt bleiben sollten. Zur Frage, ob es weitere Verhandlungsrunden geben werde, sagte sie hingegen: "Wahrscheinlich nicht." Bei bisher 15 offiziellen Gesprächsrunden, die wechselweise in Europa und den USA stattfinden, haben beide Seiten versucht, sich in der konkreten Formulierung des Abkommens näherzukommen.

Die EU und die USA verhandeln seit 2013 über eine "Transatlantische Handels- und Investitionspartnerschaft" (TTIP). Mit rund 40 Prozent des Welthandels würde damit der bedeutendste Wirtschaftsraum der Welt entstehen. TTIP geht über Zollfragen hinaus und berührt auch Normen für Gesundheits- und Arbeitsschutz und Fragen der Konfliktregelung; das Projekt ist beiderseits des Atlantiks umstritten.

Unsicherheit in Weltwirtschaft bleibt nach US-Wahl

Die deutsche Bundesregierung erwartet nach dem überraschenden Wahlsieg von Donald Trump bei der US-Präsidentenwahl vorerst keine negativen Folgen für den deutschen Aufschwung. "Nach der Brexit-Entscheidung und der US-Wahl bleibt das weltwirtschaftliche Umfeld zwar von Unwägbarkeiten geprägt", erklärte das deutsche Wirtschaftsministerium am Freitag in seinem Monatsbericht. "Bedeutende wirtschaftliche Beeinträchtigungen sind aus heutiger Sicht aber erst einmal nicht zu erwarten." Das Bruttoinlandsprodukt dürfte in der zweiten Jahreshälfte aber "etwas gemäßigter" wachsen als in der ersten.

Das Ministerium sieht Hinweise darauf, dass die für die Exportnation Deutschland so wichtige globale Konjunktur wieder anzieht. "Das weltwirtschaftliche Umfeld ist weiterhin schwierig, scheint sich aber allmählich aufzuhellen, so dass sich die Exportaussichten etwas verbessern", hieß es. So sei die weltweite Industrieproduktion im Sommer gestiegen, vor allem in den Schwellenländern.

Die Statistische Bundesamt veröffentlicht kommenden Dienstag eine erste Schätzung für das Wirtschaftswachstum im dritten Quartal. Von Reuters befragte Ökonomen rechnen mit einem Plus von 0,3 Prozent, nach 0,4 Prozent im zweiten Quartal. "Die gesamtwirtschaftliche Leistung dürfte im dritten Quartal weiter leicht zugenommen haben", erwartet auch das Ministerium.