Aber ist es nicht die sinnvollste Variante, zuerst die U-Bahn günstig im quasi leeren Stadtgebiet zu bauen und dann die Stadt rundherum wachsen zu lassen? "Mitdenken im Sinne von Trassen freihalten muss man auf jeden Fall, wenn man Stadterweiterung und U-Bahn verbinden will", sagt Frey. "Aber man sieht an der Seestadt, dass man auch ein unterrangiges öffentliches Verkehrsnetz braucht." Die U-Bahn werde sozusagen als Stamm hergestellt, es brauche auch weitere Verästelungen mit Zubringern. "Das muss gut aufeinander abgestimmt sein."

Grundsätzlich sei das Netz der Wiener U-Bahn sehr gut aufgestellt, was die Abdeckung und die Erreichbarkeit in der Stadt betreffe, attestiert Frey, "auch im internationalen Vergleich und bezogen auf die Größe von Wien." Er sieht es aber eben "fast als Ergänzungsnetz für die, die längere Distanzen zurücklegen wollen – das Hauptnetz ist das, das von vielen nur als Zubringernetz gesehen wird, nämlich das Bus- und Straßenbahnnetz." Schließlich gibt ja auch viele Städte, darunter Zürich, die ganz ohne U-Bahn auskommen.