Zehn Jahre arbeitete Orech ehrenamtlich, bevor sie das erste Mal unterstützt wurde. Die Kampagne gegen Landminen und die japanische Entwicklungshilfe finanzieren ihr in einzelnen Jahren ein Büro. Die NGO Mines Action Canada schickte Praktikanten nach Uganda. Doch seit zwei Jahren habe ihr Verein keine Förderungen mehr erhalten, sagt sie. Ihre derzeit vier Mitarbeiter arbeiten ehrenamtlich, weil sie von ihrer Aufgabe überzeugt sind oder um Erfahrung zu sammeln in einem Land, in dem Jobs rar sind. Doch bald müssen sie ihr Büro räumen, weil sich Orech die Miete nicht mehr leisten kann.

Die Umsetzung stockt

In ihrem Haus in Ugandas Hauptstadt Kampala hängen Plaketten und Mitbringsel aus Ländern, die sie besucht hat, um auf das Schicksal von Minenopfern aufmerksam zu machen. Orech war in Jordanien, Chile und Ghana, in Nicaragua, Costa Rica und Kolumbien; 44 Länder hat sie bis heute besucht, sie hat überall Verbündete. Orech hat Außenminister, US-Senatoren und Präsidenten getroffen. Mit Paul und Linda McCartney hat sie Hände geschüttelt. Im Dezember begrüßte sie Prinzessin Astrid von Belgien in Wien. Seit zwei Jahrzehnten, sagt Orech, will sie nur eines: "Eine gefahrlosere Welt." Es hat sich viel getan. Konferenzen wurden veranstaltet, Gesetze unterzeichnet. Immer mehr Staaten haben Landminen verboten. Aber Gesetze müssen auch umgesetzt werden. Staaten sollen ihre Landminenopfer unterstützen, so sieht es das Anti-Landminenabkommen vor. Doch der Hilfeplan der ugandischen Regierung lief 2014 aus. Seitdem ist nichts passiert. "Es ist an der Zeit, dass die Regierung ihren Job macht", sagt Orech. Ein wenig Kampfgeist klingt noch durch. Solange es Leben gibt, gibt es Hoffnung, das ist ihre Überzeugung. Der christliche Glaube, den die LRA-Kämpfer für ihren Terror missbrauchen, der Orech ihr Bein kostete, er hat ihr bisher auch geholfen, weiterzumachen.