"Es waren vor allem die Frauen, die einander unterstützen, auch psychologisch, vor allem aber solidarisch", berichtet Akullo. Ihre NGO arbeitet eng mit den Behörden zusammen - was nicht einfach ist: "Die Polizei kennt den Paragraf gegen häusliche Gewalt nicht. Wenn jemand aufgrund häuslicher Gewalt verhaftet wird, bittet die Polizei uns um Geld für den Haftbefehl. Sie kommen sogar zu uns, wenn sie etwas ausdrucken müssen."

"Frauen konnten nicht schreiben und lesen"

Dabei erhält auch Akullos NGO keinerlei staatliche Unterstützung, die Gelder kommen alle aus dem Ausland und bestehen aus Spenden und Förderungen. Seit 2006 lebt Akullo in Pader. Sie ist gekommen, um beim Wiederaufbau der Region zu helfen: "Es gab nichts. Kein einziges Kind hatte die Sekundarstufe abgeschlossen. Es gab keinen Zugang zu sauberem Wasser, kein einziges Fahrrad. Die Frauen konnten nicht schreiben, nicht lesen, ihre Finanzen nicht schriftlich festhalten. Das ist heute anders. Sie leben in Hütten, besitzen Kühe und können die Schulgebühren zahlen."

Der Ruf der Heimkehrerin Akullo ist nicht unumstritten: Einige feiern sie als lokale Heldin. Von anderen wird sie aufgrund ihres Engagements angefeindet und bedroht. "Die Traditionen sind sehr stark. Mir wurde vorgeworfen, ich würde die Frauen verwöhnen", sagt Akullo. Regelmäßig geht sie an Schulen und kämpft dafür, dass junge Frauen zuerst studieren und dann heiraten. Sie selbst geht mit gutem Vorbild voran: An ihr Jus-Studium hängt sie noch einen Master in Gender Studies an der Universität Kampala an. Denn Feministinnen braucht das Acholi-Land.