Die Bar hat einen Fernseher und einen Billardtisch, die Kellnerin arbeitet hinter einer vergitterten Theke. Geld wird durch die Gitterstäbe geschoben, Bierflaschen werden über das Gitter gereicht. Waragi Gin gibt es hier nur in Plastikbeuteln, ein Viertelliter, einmal aufgerissen, müssen sie ausgetrunken werden. Viele Ugander sind friedlich, freundlich und halten Drogen für nahezu so schlimmes Teufelszeug wie Homosexualität oder Nikotin, beim Pro-Kopf-Alkoholverbrauch sind sie allerdings weltweite Spitzenreiter. Trinken kann, wer es sich leisten kann. Das regelt zugleich den Jugendschutz: Kinder und Teenager hängen vor der Bar ab, drängen sich um die Tür, um einen Blick auf den Fernseher zu ergattern. Aber die Bierflasche für tausend Schilling ist auch für die Vierzehnjährigen unerschwinglich.

Noch feiern die Boda Boda-Fahrer laut. Aber der Rest des Tages wird in Kisoro sehr ruhig werden . . .

The Big Boda Boda Book

Henrike Brandstötter und
Michael Hafner
bereisen regelmäßig Subsahara-Afrika. Sie flanieren durch den afrikanischen Kontinent, reisen per Autostopp und mit öffentlichen Bussen, notieren und fotografieren. Hafner leitet die Marketingagentur gold super extra, Brandstötter entwickelt bei Neos Kampagnen und schreibt Sachbücher.

Für "The Big Boda Boda Book", das nächste Woche erscheint, waren sie zwei Monate vor Ort, haben Interviews geführt, Studien an der University of Kampala ausgehoben, sind durchs Land gereist und viel Boda Boda gefahren. Wichtig war den Autoren auch, dass das Buch von Ugandern gegengelesen wird, "um sicher zu gehen, dass wir auch alles richtig verstanden haben und nicht eine Situation mit der europäischen Brille betrachten und dadurch falsch einschätzen und beschreiben". Das Buch ist auf Englisch erschienen, für den Vorabdruck wurden Passagen ins Deutsche übersetzt.