• vom 10.05.2014, 19:34 Uhr

Ukraine

Update: 10.05.2014, 20:21 Uhr

Ukraine

Ukraine vor Zerreißprobe




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  • Neue Scharmützel vor umstrittenem Referendum.
  • Prorussische Milizen nehmen Dutzende Gegner in Slawjansk gefangen.

Ukraine. Im Vorfeld des umstrittenen Referendums am Sonntag flammen im Osten der Ukraine immer wieder neue Scharmützel auf. So haben etwa prorussische Milizen Dutzende Gegner in Slawjansk gefangengenommen. Andererseits zwingt Kiew ein Flugzeug mit russischer Delegation zur Landung.

Prorussische Milizen nehmen Dutzende Gegner gefangen
Die prorussische "Volkswehr-Milizen" in Slawjansk haben mehrere Dutzend Gegner gefangen genommen, wie "Volksbürgermeister" Wjatscheslaw Ponomarjow am Samstag in der ostukrainischen Stadt bei einer Pressekonferenz bekannt gab. Ponomarjow sagte laut russischer Nachrichtenagentur RIA Novosti, unter den Gefangenen befänden sich "Menschen, die sich als Journalisten ausgeben".


Es gebe auch Saboteure mit Sprengstoff und Waffen, fügte Ponomarjow hinzu. Der selbst ernannte "Bürgermeister" war kürzlich zu internationaler Bekanntheit gelangt, als er eine Gruppe ausländischer Militärbeobachter eine Woche als "Kriegsgefangene" festhalten ließ.

Nach Ponomarjows Angaben wurden seit dem Beginn der Kampfhandlungen zwischen ukrainischer Armee und prorussischen Kämpfern in Slawjansk insgesamt 20 Menschen getötet und rund 30 verletzt worden.

Kiew zwingt Flugzeug mit russischer Delegation zur Landung
Die Ukraine hat die Verkehrsmaschine mit einer russischen Delegation unter Leitung von Kulturminister Wladimir Medinski zur Landung in der moldauischen Hauptstadt Chisinau gezwungen. Das erfuhr die russische Agentur RIA Novosti inoffiziell am Samstag von einer "gut informierten" Person.

"Die Ukrainer haben zwei MiG-29-Flugzeuge aufsteigen lassen, um die Verkehrsmaschine zur Landung zu zwingen", sagte der Gesprächspartner der Agentur.

Wie Medinski zuvor via Twitter mitteilte, hatten die ukrainischen Behörden das Flugzeug mit der russischen Delegation, die sich auf dem Rückflug von Chisinau nach Moskau befand, nicht durchgelassen und "unter Androhung einer Zwangslandung in der Ukraine" zur Umkehr genötigt.

Die Ukraine habe zunächst den Überflug für die russische Delegation, der Staatsduma-Abgeordnete, Mitarbeiter des Außenministeriums und Regierungsmitglieder angehören, genehmigt und dann sich eines anderen besonnen und das Flugzeug zur Umkehr gezwungen, so der Minister.

Wie RIA Novosti vom Delegationsmitglied Leonid Sluzki, Chef des Duma-Ausschusses für die Angelegenheiten der GUS, erfuhr, sollen die Delegationsmitglieder, die sich derzeit auf dem Flughafen von Chisinau aufhalten, in Kürze mit einer Linienmaschine abfliegen.

Der russische Vize-Premier und Transnistrien-Beauftragte des russischen Präsidenten, Dmitri Rogosin, hatte am Samstag mitgeteilt, dass die Ukraine und Rumänien ihren Luftraum für das Flugzeug gesperrt hatten, mit dem Rogosin nach Chisinau fliegen sollte, um an den Feierlichkeiten zum "Tag des Sieges" teilzunehmen.

Estland möchte dauerhafte NATO-Präsenz im Baltikum
Das EU- und NATO-Mitglied Estland dringt zum Schutz vor Russland auf eine dauerhafte Stationierung von NATO-Einheiten im Baltikum. "Ein langfristiger militärischer Fußabdruck der Verbündeten in unserer Region würde die Bevölkerungen an der Frontlinie der Allianz rückversichern", sagte der estnische Verteidigungsminister Sven Mikser der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung".

  Zudem würde die dauerhafte NATO-Präsenz "als machtvolle Abschreckung gegen jeden möglichen Aggressor dienen". Es gehe nicht nur um die Stationierung von Truppen, es müsse auch ernsthaft erwogen werden, Rüstungsgüter vorzuverlagern, "um die Logistikkette zu verkürzen, sollte eine Krise kurzfristig heraufziehen", so Mikser. Bisher hat die NATO mit Rücksicht auf Russland davon abgesehen, Kampftruppen und Material in den östlichen Mitgliedstaaten zu stationieren.




Schlagwörter

Ukraine, Russland

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Dokument erstellt am 2014-05-10 19:35:50
Letzte Änderung am 2014-05-10 20:21:11


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