Kiew/Moskau/Donezk/Berlin/Paris. Die prorussischen Aufständischen sind für eine internationale Friedensmission in der Ostukraine. Allerdings würden sie eine solche Mission ausschließlich an der Grenze zwischen dem von ihnen beherrschten Gebiet und den unter ukrainischer Kontrolle stehenden Regionen unterstützen, sagte Separatistenführer Eduard Bassurin am Donnerstag in Donezk.

Einen internationalen Einsatz an der Grenze zu Russland schloss Bassurin der Agentur Interfax zufolge aus. Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko hatte am Mittwochabend einen Friedenseinsatz mit Mandat des Weltsicherheitsrates der Vereinten Nationen vorgeschlagen.

Neuer Vorstoß zur Umsetzung des Waffenstillstandabkommens

Zuvor haben Russland, die Ukraine, Deutschland und Frankreich einen neuen Vorstoß zur Umsetzung des Minsker Waffenstillstandsabkommen verabredet. Das Minsker Friedensabkommen wird trotz des Bruchs der Waffenruhe im ukrainischen Debalzewe von den Unterhändlern nicht für gescheitert erklärt.

In dem Telefonat hätten Bundeskanzlerin Angela Merkel sowie die Präsidenten von Russland, der Ukraine und Frankreichs - Wladimir Putin, Petro Poroschenko und Francois Hollande - den Bruch der Waffenruhe in den vergangenen Tagen verurteilt, teilten die Bundesregierung und das französische Präsidialamt am Donnerstag mit. Alle vier hätten darin übereingestimmt, dass "unmittelbar konkrete Schritte zur umfassenden Umsetzung der Waffenruhe und des Rückzugs der schweren Waffen unter Beobachtung der OSZE erforderlich seien", teilte Regierungssprecher Steffen Seibert mit. Auch der Gefangenenaustausch müsse begonnen werden. Putin habe zugesagt, in diesem Sinne auf die Separatisten einzuwirken.

De Außenminister der vier Länder würden in den nächsten Tagen weiter über die Umsetzung des Minsker Maßnahmenpakets beraten, sagte Seibert.

Rebellen kämpfen weiter
Die prorussischen Separatisten setzen nach ukrainischen Angaben ungeachtet des Waffenstillstandsabkommens ihre Angriffe auf die Regierungstruppen fort. 46 mal seien ukrainische Stellungen mit Raketen, Artillerie und Panzern beschossen worden, teilte die ukrainische Armee am Donnerstag mit. Auch die Hafenstadt Mariupol sei mit Panzern und Artillerie unter Feuer genommen worden. Ein in Mariupol kontaktierter Militärsprecher sagte am Donnerstag, in der Nacht habe es keine Angriffe gegeben und die Lage sei ruhig.