New York. Der UNO-Sicherheitsrat hat den früheren Chef des UNO-Flüchtlingshochkommissariats (UNHCR), Antonio Guterres, für den Posten des UNO-Generalsekretärs in der Nachfolge des Südkoreaners Ban Ki-moon nominiert.

Das sagte der russische UNO-Botschafter Witali Tschurkin am Mittwoch in New York zu der Neubesetzung, die von der UNO-Vollversammlung noch bestätigt werden muss.

Ja der UNO-Vollversammlung gilt als sicher

Guterres sei der "klare Favorit", sagte Botschafter Tschurkin. Die formelle Nominierung im Sicherheitsrat per Abstimmung soll am Donnerstag stattfinden. Die Zustimmung der Vollversammlung gilt als sicher.

Die Amtszeit Bans läuft mit Jahresende aus. Der Sicherheitsrat hatte in den vergangenen Wochen bereits mehrfach Probeabstimmungen abgehalten. Der 67-jährige Guterres, der auch portugiesischer Regierungschef war, erhielt dabei stets die meisten Stimmen.

Am heutigen Mittwoch hatte eine nächste Phase der Auswahl begonnen, wobei die fünf ständigen Sicherheitsratsmitglieder Kandidaten per Veto aus dem Rennen werfen konnten. Im Rennen waren u.a. auch der serbische Ex-Außenminister Vuk Jeremic und der slowakische Außenminister Miroslav Lajcak. Im Gespräch waren auch die Vize-Präsidentin der EU-Kommission, die Bulgarin Kristalina Georgieva (Georgiewa), sowie die zuvor von der Regierung in Sofia favorisierte Chefin der UNO-Bildungs-, Wissenschafts- und Kulturorganisation (UNESCO), Irina Bokova (Bokowa).

Einem ungeschriebenen Verteilungsprinzip zufolge wäre ab 2017 eigentlich ein Kandidat aus der Osthälfte Europas am Zug gewesen. Viele der 193 UNO-Mitgliedsländer plädierten zudem dafür, dass erstmals in der Geschichte der UNO eine Frau die Spitzenposition bekommen soll. Nun soll es ein Westeuropäer und ein Mann werden.

Die Wahl des UN-Generalsekretärs
Die Amtszeit von UN-Generalsekretär Ban Ki Moon (72) läuft nur noch bis Ende dieses Jahres. Eine vorgeschriebene Frist für die Wahl seines Nachfolgers gibt es nicht. Derzeit hat Russland die monatlich rotierende Präsidentschaft des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen inne und will die endgültige Entscheidung Beobachtern zufolge gerne noch im Oktober unter seiner Fahne laufen lassen.

Gewählt wird der Generalsekretär von der Vollversammlung auf Vorschlag des Sicherheitsrats. Der Rat hat am Mittwoch den ehemaligen portugiesischen Ministerpräsidenten Antonio Guterres zu seinem einstimmigen Favoriten erklärt. Am Donnerstag steht eine weitere Probeabstimmung an, von der aber dasselbe Ergebnis erwartet wird. Einen Termin für die Wahl in der Vollversammlung gibt es noch nicht. Traditionell nickt das Gremium den Vorschlag des Sicherheitsrats ab.

Einem ungeschriebenen Verteilungsprinzip zufolge wäre von 2017 an eigentlich ein Kandidat oder eine Kandidatin aus der Osthälfte Europas am Zuge gewesen. Viele der 193 Mitgliedsländer plädierten zudem dafür, dass erstmals in der Geschichte der UN eine Frau an der Reihe sein sollte. Mehr als ein Dutzend Kandidaten hatten sich beworben, rund die Hälfte davon waren Frauen.