Reagieren die Märkte auf diese Programme?

Immer besser, es ist eine Frage der Zeit. Die Produkte gehen nach Deutschland, Österreich, "Zotter Schokolade" macht mit. Gegenwärtig beliefern die alternativen Entwicklungsprojekte von UNODC in Peru internationale Märkte im Wert von rund 160Millionen Dollar. Die Bauern haben es also geschafft, mit legaler Arbeit Geld zu verdienen, das ausreicht, ihren Kindern eine Schulbildung zu finanzieren. In weiterer Folge steht natürlich ein funktionierendes Gesundheitswesen. Ich kann gerne behaupten, dass in diesen Gemeinden gesetzwidriges, illegales Koka nun Geschichte ist. Dennoch: Der Weg war lang.

Sie kämpfen auch für Artenschutz.

Was das Wildlife betrifft, ist das Bild nicht so schön. Das Problem ist außer Kontrolle. Wenn du die Geschichten hörst, von Nashörnern oder Elefanten. Oder anderen Tierarten. Die Zusammenarbeit mit Geldgebern wie die EU, den EU-Staaten wie Österreich, Deutschland, Großbritannien oder Frankreich den jeweiligen Regierungen ist essentiell und hat uns sicherlich schon weitergebracht.

Was den rechtlichen Rahmen betrifft, sollte der illegale Handel mit wilden Tieren und Pflanzen als ernstzunehmendes Verbrechen eingestuft werden. Dafür müssten die Staaten mit Rangern zusammenarbeiten. Und ich hoffe, dass in einigen Jahren der erschreckende Verlust von Nashörnern, Affen und Wildkatzen eingedämmt werden kann.

Schließen Ihre Träume auch jene von einer besseren Welt mit ein?

Mein Traum und der von vielen Mitarbeitern in der UNO ist es, etwas zu verändern. Ich weiß, es klingt klischeehaft. Aber die Menschen, mit denen ich zusammenarbeite, sind Experten. Sie könnten ein anderes Leben haben, wenn sie im privaten Sektor wären, aber sie engagieren sich für die UN. Ich möchte etwas bewegen, weil ich will, dass meine Kinder auf einem Planeten aufwachsen, wo es saubere Luft gibt, einen natürlichen Lebensraum. Also eine Welt, auf der es noch Erwartungen und Hoffnung gibt. Das ist mein Traum, eigentlich ganz einfach.

Sie sind schon seit ca. 25 Jahren in der Drogenkontrolle. Was treibt Sie an?

Jedes Mal, wenn ich in ein anderes Land reise, und ich besuche sehr arme Länder, unter anderem auch Länder in denen Krieg herrscht oder  bittere Armut herrscht. Peru, Myanmar, Laos, Afghanistan, Madagaskar. Also: Wenn du in Wien, Washington oder Berlin sitzt, dann vergisst du darauf, was du hast und du nimmst es für selbstverständlich. Du kannst es nicht mehr schätzen. Dann weiß ich, wie notwendig es ist in kleinen Schritten, Dinge zum Guten zu bewegen. Jemanden ein Lachen schenken, einem Kind eine Perspektive bieten. Oder sicherzustellen, dass einem Nashorn weniger das Horn abgetrennt wird, einem Elefanten weniger, die Stoßzähne geraubt werden. Und dann beschließe ich, dass ich noch härter arbeiten werde.