Wieviel Leute haben Sie im Team?

Sechs sind es in Wien. Wir haben Kollegen in Vietnam, im Senegal, Tansania, Kenia, Bangkok, Mexiko für das Wildlife Programm und andere, die in den 23 Außenstellen weltweit tätig sind. Diese Leute implementieren die Programme.

Also kommen diese aus sechs unterschiedlichen Ländern. Wie viele Sprachen spricht man denn?

Es beeindrucken mich vor allem die jungen Leute. Früher dachte ich immer, dass es toll sei, wenn man zwei Sprachen spricht. Aber einige hier sprechen fünf. Es ist häufig so, dass man in multikulturellen Familien aufwächst. Ich mag die Sprachenvielfalt gern. Und: Wenn man im Lift steht, dann kann man Gesprächen in vier oder fünf Sprachen zuhören. Das ist ganz ordentlich.

Wie sieht denn ein typischer Arbeitstag von Ihnen aus?

Mein Tag beginnt um sechs Uhr in der Früh, ich gehe mit meinen Hunden im Wald spazieren. Dann fahre ich in die Arbeit, es ist nur eine kurze Strecke von Klosterneuburg. Ich bin versuche vor 9 Uhr da zu sein. Es scheint spät zu sein, aber da wir nach der CET, Central European Time, leben, kann man jene Kollegen miteinbeziehen, die in der westlichen Hemisphäre arbeiten, also mit 6 Stunden zurück und jene, die in Asien arbeiten, bei denen es schon 6 Stunden später ist. Meine asiatischen Kollegen haben mir schon geschrieben und erwarten eine Antwort. Und jene, die in westlichen Hemisphäre leben, erreichen wir, wenn es bei uns schon Nachmittag ist.

Der Kreis der Zeitzonen ist also geschlossen.

Allenfalls. Die Kollegen in der arabischen Welt haben am Freitag frei wie auch am Samstag und arbeiten am Sonntag. Aus diesem Grund haben wir eine ziemlich kontinuierliche Arbeitslinie. Wir verwenden Blackberries, wir skypen.

Es klingt nach einem ziemlichen Fulltimejob.

Gewöhnlich dauert ein Arbeitstag bis 7 Uhr. Man muss sich oft beeilen, damit man rechtzeitig zu den Ladenschlusszeiten kommt.

Von Washington D.C. nach Wien?

Hier leben zu dürfen, bedeutet ein gutes Leben zu haben. Die Lebens-Arbeitswelt ist gut ausbalanciert. Überhaupt für jemanden , der aus Washington DC kommt. Eine mächtige Metropole. Aber wie ich, in Kierling (Anm.: Bezirk Klosterneuburg) zu leben, macht das Leben so wertvoll. Und das ist eben der Unterschied. Man kann das auch als eine Art Liebeserklärung sehen. Deutsch ist eine schwierige Sprache. Die Geschäfte sind nicht immer offen. Und Rasenmähen ist am Sonntag verboten. Aber alles andere macht das wett.