Sie arbeiten seit dem August 2005 in Wien.

Ich war 1999 das zweite Mal in Wien und habe mir damals in mein Tagebuch eingetragen, dass ich gerne hier leben würde. Als ich diese Notiz 2005 wieder fand, war es, als hätte ich mir einen Lebenstraum erfüllt. Es ist ja so, dass sich Träume selten erfüllen, aber in diesem Fall war es so.

Sie kennen die Welt. Kommt Ihnen Wien nicht manchmal sehr klein vor? Anders gefragt: Ist "Wien anders"?

Wien ist ein internationaler Ort. Das wird leicht vergessen. Es mag einem manchmal so vorkommen, als seien die Wiener "reluktant". Aber das ist nicht so.  Wenn man sich erst mal kennengelernt hat, dann sind sie sehr offen. Freizeitaktivitäten helfen immer dabei, Kontakte zu knüpfen. Ich bin Mitglied des Road Runners Laufteams in Klosterneuburg. Und mich freut es, dass das Interesse an meiner Person so enorm war und ist. Man interessiert sich für meine bolivianischen Wurzeln, meine Jugend in Washington. Wiener interessieren sich für diese Dinge. Wo warst du denn in den letzten 3 Wochen fragen Sie mich. Das gefällt mir.

Glauben Sie, dass die UNO für sich eine eigene Welt ist?

Wenn Sie hier hereinkommen, betreten Sie eine andere Welt. Wenn Sie rausgehen, gehen Sie auch in eine andere Welt. Für mich beispielsweise sieht die Welt nach Arbeitsschluss anderes aus. Denn wenn ich in den Merkur gehe, muss ich Deutsch sprechen, obwohl ich das noch nicht so gut kann.

Sind Sie Expat, oder schon zum Wiener geworden?

Es war sicher nicht einfach am Anfang. Ich lebe eigentlich am Land, in Kierling. Zuerst dachte ich mir, ich bleibe für ein Jahr. Dann wurde es länger. Ich habe Hunde. Meine haben sich mit denen des Nachbars angefreundet. Dann wurde ich auch mit den Nachbarn bekannt. Die Integration hat zwar ein wenig gedauert, aber sie ist voll aufgegangen und ich mag meine Nachbarn sehr.