Ist es ein junges Team?

Die meisten machen das neben dem Studium, es gibt aber auch ältere Tourguides, die schon seit über 20 Jahren hier sind.

Winter, Frühling, Sommer, Herbst. Führungen gibt es das ganze Jahr über. Wie viele Menschen kommen zu Ihnen?

Letztes Jahr waren 58.000 Besucher hier. Die größten Gruppen umfassen ca. 25 Leute. Das versuchen wir schon zu beschränken, so dass jeder etwas mitbekommt. Also ab 25 teilen wir die Gruppe.

Ich selbst habe eine Führung mitgemacht. Und dabei ist mir aufgefallen, dass viele eigeninitiativ herumlaufen.

Erwachsene fotografieren schon gerne und gehen dann auch weiter weg. Ohne dem Tourguide Bescheid zu geben, aus diesem Grund muss man auch immer wieder daran erinnern. ‚Bitte bleiben sie in der Gruppe‘.

Sie kommen quasi jeden Tag in diese andere Welt, um anderen einen Teil davon zu zeigen.

Jedes Mal wenn ich in der Früh meinen Dienst beginne und die wehenden Fahnen sehe, motiviert es mich zusätzlich. Natürlich gibt es auch gute und schlechte Tage als Tourguide, aber meistens bin ich immer sehr positiv und energiegeladen. Natürlich, je mehr Führungen stattfinden man hat, desto müder wird man. Vielleicht ist man nach der fünften Führung nicht mehr so wie bei der ersten, aber an und für sich mache ich das total gerne. Die meisten Gruppen sind auch sehr interessiert. Es kommt ja irrsinnig viel zurück und das tut gut, dann erzählt man noch mehr und geht in die Tiefe und interagiert mit der Gruppe.

Was bedeutet Wien für Sie?

Ich lebe in Wien, ich studiere in Wien. Es gibt schon Sachen, die man verbessern könnte. Man hat sich noch nicht ganz darauf eingestellt, dass Diversität eine Rolle spielt und spielen wird. Und das Positive daran sieht. Es ist immer noch diese Angst da, dass man davon nicht profitieren könnte. Wir haben uns beim Studium mehr mit dem Thema beschäftigt. Und ich glaube, dass man da noch sehr viel rausholen kann.  Unternehmen könnten noch sehr viel lernen, wie das in der UNO funktioniert. Und das als "Best Practice" ansehen und in den Unternehmen selbst anwenden.

Eigentlich funktioniert es besonders gut, so unterschiedlich man auch ist, zusammenzuarbeiten und die Unterschiede erst gar nicht zu sehen. Dann kann jedes einzelne Unternehmen davon profitieren.