Die Magie der Gärten wirkt, der Luxus in den Hotelanlagen trägt das Seine dazu bei, dass Urlauber in tropischen Insellandschaften sich wunderbar in Träumen und Fantasien verlieren können. Dabei spielen natürlich auch die warmen Abende, die lauen Nächte eine Rolle zu einer Jahreszeit, in der Europa im Winter versinkt. Offensichtlich ist das Verlangen nach zeitweisem Ausgleich und Abwechslung so groß, dass auch Staus und Stechmücken, Verdauungsbeschwerden und Beziehungsstress und was sonst noch das Urlaubsvergnügen trübt, die Lust auf das regelmäßige Verreisen nicht nachhaltig gefährden.

Die linguistischen und sozialwissenschaftlichen Befunde werden auch durch Erhebungen der Statistik Austria gestützt, die das touristische Begehren nach soziodemographischen Strukturmerkmalen erforscht. In vierteljährlichen Befragungen wird die österreichische Reise- und Urlaubspraxis gemäß der EU-Verordnung zur Tourismusstatistik ermittelt. Die Ergebnisse sind durchaus aufschlussreich und zuweilen unerwartet.

Die entscheidende Einflussgröße ist das Bildungsniveau. Am häufigsten verreisen Personen, die eine Universität oder Fachhochschule absolviert haben, am seltensten Personen ohne Pflichtschulabschluss. Diesen Befund bestätigt die Aufschlüsselung nach der Erwerbstätigkeit: Es führen Beamte und Vertragsbedienstete, gefolgt von Studenten und Schülern, an dritter Stelle liegen Angestellte. Der zweitwichtigste Faktor ist das Alter: Jüngere verfügen über eine größere Urlaubsmobilität als Ältere. So weit, so erwartbar.

Wenig Einfluss auf die Reisepraxis haben das Geschlecht und der Familienstand, und noch nicht einmal das Einkommen ist wirklich entscheidend. Wer ein kleines Budget zur Verfügung hat, verreist eben auf niedrigerem ökonomischem Niveau und verschwendet keine Ressourcen auf unnötigen Luxus. Jedenfalls sind formal Hochgebildete mit wenig Geld in der Freizeit mobiler als wenig Gebildete mit viel Geld.

Interessant ist, welcher soziodemographische Faktor nach der Schulbildung und dem Alter die bestimmende Variable für die Reiseintensität ist: es ist die Wohnortgröße. Am häufigsten verreisen die Bewohner großer Städte - und am seltensten die Bewohner kleiner Ortschaften. So unternahmen im Jahr 2017 (die Zahlen für 2018 sind noch nicht veröffentlicht) nahezu drei Viertel der über fünfzehnjährigen Wiener (72,2 Prozent) eine mindestens fünftägige Urlaubsreise, aber nur etwa die Hälfte der Dorfbewohner (50,2 Prozent aus Gemeinden bis 2000 Einwohner).

Betrachtet man die Daten nach dem Lebensunterhalt, so sind Land- und Forstwirte (Selbstständige und Mithelfende) am wenigsten mobil in ihrer Freizeit. Nicht einmal ein Drittel (30,6 Prozent) der über Fünfzehnjährigen, die in der Land- und Forstwirtschaft tätig sind, absolvierten 2017 eine Urlaubsreise mit mindestens vier Übernachtungen, hingegen taten dies mehr als drei Viertel der Beamten und Vertragsbediensteten (76,6 Prozent) und der Studenten und Schüler (75,1 Prozent).

Wenn man nicht nur die Haupturlaubsreise berücksichtigt, sondern kürzere Fahrten von ein bis drei Tagen Dauer mit einbezieht, dann steigen die Zahlen auch für die Bevölkerungen kleiner Siedlungen und für Land- und Forstwirte.