In Schönbrunn zeigt sich Wien ja ganz von der idyllischen Seite.    - © Wien Tourismus/ Peter Rigaud
In Schönbrunn zeigt sich Wien ja ganz von der idyllischen Seite.    - © Wien Tourismus/ Peter Rigaud

"Erwarten Sie nicht, dass der typische Wiener Kellner, er wird Ober genannt, freundlicher wird, je länger Sie bleiben oder je mehr Trinkgeld es gibt. Erst als Stammgast, in diesem Falle wird an das Ober noch der Vorname zur Anrede angehängt, dürfen Sie auf freundlicheres Auftreten und Zuvorkommenheit hoffen. Trinkgeld gibt man aber dennoch." Diese Kurzanalyse zur Wiener Kaffeehauskultur findet sich bei Tripadvisor von einer spanischen Touristin. Deutsche Gäste wiederum bewerten diesen speziellen Wiener Charme als einen Grund immer wieder in echte Kaffeehäuser zu gehen. "Dieser urige Dialekt macht den Wien-Besuch erst komplett. Wir lieben diesen Wiener Schmäh", schreibt ein Paar aus Bochum.

Dass Wien eine Tourismus-Metropole geworden ist, merkt man mittlerweile das ganze Jahr über. Das Sprachmischmasch in der U-Bahn und ebenso die verstopfte Innenstadt gehören in der Hochsaison (Ostern, Sommer, Silvester und Dazwischen) zum Alltag. Waren vor einiger Zeit noch zahlreiche andere Städte-Destinationen dieser Welt mit den unterschiedlichsten Reiseführern gesegnet, so kann Wien nun absolut mithalten. Kein Thema, das nicht einen eigenen Reiseführer gewidmet bekommen hat, und erst recht im Internet ist eine wahre Flut an Geheimtipps, Insider-Informationen, Reisen mit Hund und Katz und anderen tierischen Lebewesen, Ausflüge abseits der Trampelpfade und architektonischen Rundgängen zu finden. Wer sich auf die Suche macht und seine Planungszeit mit Recherchen im Netz verbringt, dem kommt so manches Versteckte und Kuriose unter.

Die Geheimtipps

Natürlich finden die touristischen Hotspots der Stadt quantitativ auch den größten Niederschlag im Netz. Schönbrunn und Drumherum, die Innenstadt mit Staatsoper, Ringstraße und den Parks bräuchte man nach dem Genuss von mehreren Reiseplattformen eigentlich schon gar nicht mehr besuchen, so detailliert und ausführlich sind die Beschreibungen. Es dürfte unter den Fans von Schiffsreisen zudem gerade eine interessante Diskussion um die Begehungszone Rotenturmstraße geben. Viele Besucher freuen sich, damit endlich angenehmer in die Innenstadt spazieren zu können, da "an Hochsommertagen die Frequenz an Reisegruppen wahrlich schon zu hoch" sei.

Das Gute am ausführlichen Studium internationaler Reiseführer ist jedoch auch für den Wiener von Welt schnell ersichtlich – man erfährt welche Orte man sich ansehen sollte, bevor die Touristenmassen kommen, weil es ein "noch nahezu, unentdeckter Geheimplatz für Einheimische" ist. Zu diesen Geheimplätzen der Stadt zählen viele Reiseführer folgende Orte: den Friedhof der Namenlosen (wie man lernt, bekannt aus dem Film "Before Sunshine" aus dem Jahr 1995), das Amalienbad, das Josephinum (das Museum der Medizinischen Universität Wien ist derzeit wegen Renovierung geschlossen), ein Ort des makabren Wiens, die Wotruba-Kirche und der Lainzer Tiergarten.