Nicht jedes Risiko einer Reise kann ausgeschlossen werden, aber Vieles kann man schon vor der Reise tun – oder nach der Reise wieder auf Gleich bringen, wenn man weiß, was zu tun ist. Nicht jeder Ratschlag eines Bekannten muss stimmen. Und schon gar nicht jedes Versprechen, jedes paradiesische Hochglanzfoto des Prospektes oder der Internetseite. Pech kann natürlich jeder haben, auch der gewiefteste Globetrotter, aber mit Vorbereitung und Vor-Sicht kann man sich schützen.

Wer’s glaubt, wird nicht immer selig
Das Risiko beginnt schon bei der Planung der Reise. Wenn man keine Empfehlung von Freunden hat, wem soll man glauben? Denn Prospekten ist nur mit Vorbehalt zu trauen, Internetseiten ebenso; und auch Blogs sind mit Skepsis zu lesen, viele "Influencer" werden für ihre Werbung bezahlt oder erhoffen sich durch gute Beurteilung eine weitere Einladung - umgekehrt soll es allerdings auch schon passiert sein, beleidigte Blogger, die man nicht eingeladen hat, mit Negativberichten abstrafen. Die Beschreibungen von Hotels, Stränden und Urlaubsorten liest man also besser zweimal, denn die wichtigen Informationen stehen mitunter zwischen den Zeilen.

Wirbel inklusive
"Zentrale Lage" ist zwar zentral, aber ziemlich sicher nicht ruhig. Das Hotel liegt wahrscheinlich an einer verkehrsreichen Hauptstraße, am Marktplatz oder an der viel besuchten und damit lauten Uferpromenade. Wie auch bei "verkehrsgünstig" heftiger Verkehrslärm droht. "Flughafennähe" bedeutet zwar kurzen Transferzeit, aber auch hier sollte man die Lärmkulisse eines Airporthotels bedenken. Wer sein Quartier "für junge Leute" anpreist, meint damit meist eine einfache Unterkunft ohne viel Komfort. Die nächste Disco ist wahrscheinlich nicht weit, auch hier ist mit Lärm zu rechnen.

Strandnah: strandfern!
Auch vor hübschen, aber nicht konkreten Formulierungen sei gewarnt: "Meerseitig" heißt nicht "Zimmer mit Meerblick", auf den kleinen Unterschied kommt es an! "Internationale Küche" sagt nicht viel, ist aber eine Warnung für Feinschmecker: Hier gibt’s das Übliche. Schöner Strand kann alles bedeuten, aber wahrscheinlich nicht Sandstrand, sonst hätte man es geschrieben - schön ist für manche ja schließlich auch ein Kieselstrand oder Felsen. Auch "Naturstrand" lässt eher auf unwegsame Klippen schließen als auf gepflegte Ufer. "50 Meter zum Strand" mag stimmen, aber vielleicht muss eine viel befahrene Uferstraße überquert werden – mit Schwimmutensilien sicher kein Vergnügen. "Strandnah" heißt dezidiert: nicht am Strand. Das Hotel liegt dann wahrscheinlich nicht 100 Meter, nicht 200 Meter vom Strand entfernt, sondern eben nur "strandnah", das kann auch Fußmarsch oder Anfahrt im überfüllten Bus bedeuten. Und "Bademöglichkeit" kann eine Mole oder einen Bootssteg am Hafen meinen, oder irgendwo einen Pool, aber mehr nicht. Kurzum: Es gibt keinen Strand.

Eine besonders frühe oder späte Flugbuchung ist nicht automatisch
die beste

Sie haben sich also für ein Reiseziel entschieden und wollen buchen. Die Reise nach dem Baukastenprinzip zusammenzustellen ist oft nur etwas für gute Nerven: Flugpreise ändern sich ständig, ebenso wie Hotelpreise. Wann also bucht man einen Flug am besten? Die Erfahrung zeigt, dass Buchungen meist sieben Wochen vorher am günstigsten sind. Und meist am Dienstagabend ab 18 Uhr. Aber es ist auch wichtig, in welchem Monat man bucht. Statistisch gesehen sind Flüge zu Jahresbeginn am günstigsten, am teuersten im Mai und Juni. Langstreckenflüge sollten im November, Dezember oder Jänner gebucht werden. Und ein VKI-Report beweist, dass es in den meisten Fällen teurer ist, bei Online-Reisebüros zu buchen, als direkt bei den Airlines. Klar, die wollen ja auch etwas verdienen.

Ein Führerschein ist kein Garant für
das Recht auf einen Mietwagen

Bucht man einen Mietwagen, muss man das Kleingedruckt sehr genau lesen: Das Alter wird oft nachgefragt. Es gibt Autovermieter, die ab einem bestimmten Alter des Fahrers ein ärztliches Attest voraussetzen, das dessen Fahrtüchtigkeit bescheinigt. Und/oder ein Schreiben der Versicherung, das Unfallfreiheit innerhalb der letzten fünf Jahre bestätigt.
Einige Beispiele für das Höchstalter für Mietwagenfahrer:
Payless: 75 Jahre
Budget: 75 Jahre
Sixt: 78 Jahre
Keddy: 74 Jahre
Alamo/National: 75 Jahre
In Irland wird generell über 70 eine zusätzliche Gebühr verlangt, ab 75 gar nicht mehr vermietet.

Der erste Ansprechpartner ist
nicht unbedingt der Verantwortliche

Auf alle Fälle ist es wichtig, zu wissen, wer der Vertragspartner ist, egal ob Flug, Hotel oder Mietwagen, damit man weiß, an wen man sich bei Schwierigkeiten wenden kann. Vergleichsportale sind es jedenfalls nicht, die liefern nur Informationen und den Link zum gewählten Angebot. Daher unbedingt während der Buchung darauf achten, auf welcher Website man sich gerade befindet und mit wem man denn den Vertrag abschließt! Im Internet geht man zum Beispiel über ein Vergleichsportal zum Vermittler, der einen besonders günstigen Preis bei einer Airline anbietet und mit Hilfe der Kreditkarte des Bestellers die Buchung vornimmt. Der Vertragspartner aber ist dann die Airline, die für Gepäck, Verspätungen und dergleichen verantwortlich ist. Also wichtig zu merken: Der Vermittler ist nicht der Veranstalter. Bucht man in einem Reisebüro (ebenfalls Vermittler), ist der Veranstalter, zum Beispiel für Pauschalreisen, meist leicht zu erkennen: am Katalog.
Empfohlen wird, Reisen direkt beim jeweiligen Anbieter zu buchen, und Zwischendienste zu vermeiden. Meist sind die Preise direkt gebucht kaum teurer. Sollte man doch über Vermittler buchen, kann man sich bei jedem Buchungsschritt durch Screenshots absichern.

Kaum Trost bei Flug-Verspätungen
Wenn Sie auf dem Flughafen stundenlang herumsitzen, bis Ihr Flug endlich abhebt, werden vier Stunden als zumutbar gesehen, auch wenn Sie das anders empfinden. Für jede weitere Stunde steht Ihnen Preisminderung zu, 5 Prozent des Tagespreises. Dazu ein Beispiel (laut EVZ (https://europakonsument.at/de/content/reisen): Die Reise dauert 14 Tage, kostet 1500 Euro, die Verspätung beträgt 22 Stunden. Vier Stunden sind zumutbar, bleiben 18 Stunden übrig, die Sie in Rechnung stellen können. Sie dividieren also den Gesamtpreis durch 14, um auf den Tagesreisepreis zu kommen, und nehmen davon fünf Prozent, das 18 Mal. Dies ergibt rund 96 Euro, also einen ziemlich mickrigen Stundenlohn.

Flugannulierung meist kein Drama
Wurde ein Flug annulliert, hat man das Recht, auf anderem Wege kostenlos an sein Reiseziel gebracht zu werden. Normalerweise geschieht dies mit einem Ersatzflug. Seit einiger Zeit ist (dank eines Oberstgerichtlichen Urteils) ist eine kostenlose Umbuchung auf den frühesten Flug, auf dem Plätze frei sind, verpflichtend – unabhängig davon, welche Airline diesen Flug durchführt!
Dieses Recht muss man allerdings einfordern: Wenn sich die Fluglinie weigert, kann man selbst ein Ticket lösen, das dann ersetzt werden muss. Außerdem sollte man sich möglichst schnell bei der entsprechenden Airline nach Weiterflügen erkundigen, denn wer zuerst kommt, malt zuerst, kriegt den schnellsten Ersatzflug.

Zeit kann gutes Geld bedeuten
Wenn eine Fluglinie zu viele Tickets verkauft hat, muss sie Freiwillige suchen, die gegen eine Ausgleichszahlung auf ihren Platz verzichten. Die ist in der Regel höher ist als der Flugpreis. Richtpreise: bei Flügen bis zu 1500 Kilometer werden 250 Euro bezahlt, bei längeren Flügen innerhalb der EU sowie bei anderen Flügen zwischen 1500 und 3500 Kilometern 400 Euro, bei Flügen über 3500 Kilometern außerhalb der EU 600 Euro. Sollte man eine Nacht warten müssen, ist Hotel (mit Transfer) und Verpflegung Sache der Fluglinie.

Verspätetes Gepäck bedeutet keine
neue Urlaubsgarderobe

Bis das Gepäck eintrifft hat man das Recht, sich vor Ort die notwendigsten Dinge zu besorgen. Kosten für Zahnbürste, Duschgel und so weiter werden normalerweise zur Gänze ersetzt, jene für die allernotwenigsten Kleidungsstücke, wie Unterwäsche und ein T-Shirt, auch.
Beim Kostenersatz für Kleidung und Schuhe werden aber oft Abzüge gemacht, da man sie ja weiterverwenden kann, häufig gibt es dann nur 50 Prozent Kostenrückerstattung.

Ein gültiger Reisepass ist nicht
immer gültig

Für eine weite Reise außerhalb der EU sollte man schon sechs bis acht Wochen vor Reiseantritt mit den Vorbereitungen beginnen. Erstens wegen der Impfungen, die vielleicht nötig sind und erst nach einiger Zeit wirken. Und zweitens wegen des Reisepasses, der zwar gültig sein mag, aber vielleicht nur noch ein paar Monate: Manche Länder finden, dass "gültig" nicht gültig genug ist und verlangen einen Pass mit Ablaufdatum nach mehr als sechs Monaten. Tipp: Sollte man das Datum übersehen haben, gibt es beim Bezirksamt oder direkt auf dem Flughafen die Möglichkeit, sich einen Notpass ausstellen zu lassen. Der ist ein Jahr lang gültig, kostet dasselbe wie ein normaler Pass, verlängert aber dessen Gültigkeit nicht.

Mehr Flugverkehr – weniger Unfälle
Das gefährlichste am Fliegen ist und bleibt die Fahrt zum Flughafen, um einen alten Pilotenscherz zu zitieren. Und so ist es. Mehr als vier Milliarden Passagiere fliegen jährlich um die Welt, trotzdem ist die Wahrscheinlichkeit eines Unfalls, verglichen mit 1970, jetzt 350 Mal niedriger!
Wer noch sicherer als sicher gehen will, die zehn sichersten Fluggesellschaften sind momentan: Emirates (VAE), Norwegian Air Shuttle (Norwegen), Virgin Atlantic Airways (GB), KLM (Niederlande), Easyjet (GB), Finnair (Finnland), Etihad Airways (VAE), Spirit Airlines (USA), Jetstar Airways (Australien) und Air Arabia (VAE).