Nachhaltige Wellness: Hotel Stadthalle in Wien (oben) oder das Lefay-Resort am Gardasee. (rechts unten) - Mustergültiges Griechenland: Costa Navarino. (links unten) - © Hotel Stadthalle (oben), Claudia Jörg-Brosche (unten)
Nachhaltige Wellness: Hotel Stadthalle in Wien (oben) oder das Lefay-Resort am Gardasee. (rechts unten) - Mustergültiges Griechenland: Costa Navarino. (links unten) - © Hotel Stadthalle (oben), Claudia Jörg-Brosche (unten)

Das Wellness-Resort Lefay am Gardasee punktet mit ökologischer Bauweise, der Verwendung regionaler Materialien, Biomasse- und Holzschnitzelheizung, Mikroturbinen mit Methangas, Kälte-Wärme-Konverter, Photovoltaik, Regenwasserauffangbecken, Abwasseraufbereitung und Bettwäsche aus 100 Prozent ungebleichtem Leinen (www.lefayresorts.com).

Die Kosmetik-Weltmarke Yves Rocher steht hinter dem Eco-Hotel & Spa "La Grée des Landes" in La Gacilly in der Bretagne im äußersten Westen Frank-reichs. Das ganze Dorf profitiert vom Hotel und dem Kräuteranbau für die Kosmetikmarke (www.lagreedeslandes.com). Die spanische Hotelkette Sol Meliá mit Hotels auf der ganzen Welt erhielt als erste das Siegel "Hotelunternehmen der Biosphäre" vom Institut für Verantwortungsvollen Tourismus mit Unterstützung der Unesco (www.solmelia.com).

In der französischen Region Provence-Alpes-Côte d’Azur warten sogenannte Ecogîtes (Ferienhäuser) auf umweltbewusste Gäste (www.ecogite.fr). Gîtes Panda (in Zusammenarbeit mit dem WWF) findet man in National- oder Naturparks dreier Regionen (Cevennen, Pyrenäen, Nationalpark Mercantour - www.gites-panda.fr). In Portugal bietet "ecoTours" ein innovatives Konzept für kulturelle und naturbezogene Reisen zu den interessantesten Plätzen, charmantesten Quartieren und typischsten Restaurants im Sinne der Nachhaltigkeit (www.ecoToursPortugal.com).

Ökohotels in Österreich

"Grün" und "Bio" hat mitunter den Beigeschmack von Askese und Verzicht - das Hotels Forsthofalm in Leogang (www.forsthofalm.at) ist zwar "Bio", steht aber für Genießen und Luxus - mit gutem Gewissen. Seit dem Ausbau 2008 ist die Forsthofalm das erste Vollholzhotel des Landes. Die 21 neuen Vollholz-Lodges bestehen rein aus baubiologischen Werkstoffen wie Fichten- und Lärchenholz, Naturstein und Glas. Vollholz bedeutet Bauen ohne Leim und weitestgehend ohne Metall: Über 70.000 Holzdübel halten 245 Tonnen Massivholz zusammen. Leimfrei wiederum heißt giftfrei.

Die Vollholz-Bauweise bietet mehrere Vorteile: neutrale CO2-Bilanz, extrem niederen Energieverbrauch beim Bau, beste Allergikereignung, Wärmedämmung und Hitzeschutz. Das umsichtige Wirtschaften der Forsthofalm wurde mit dem Österreichische Umweltzeichen des Lebensministerium, dem EU Ecolabel und dem österreichischen Staatspreis für Tourismus belohnt.

Vorreiter für sanfte Mobilität ist Werfenweng im Salzburger Land (www.werfenweng.eu) - eine der insgesamt 24 sogenannten "Alpine Pearls" im ganzen Alpenraum sowie in Slowenien (www.alpine-pearls.com). Sie alle bieten Ferien mit unkomplizierter Bahnanreise und Urlaubsmobilität mit umweltfreundlichen Verkehrsmitteln und Spaßmobilen vor Ort.

Das Boutiquehotel Stadthalle in Wien ist das erste Stadthotel weltweit mit Nullenergiebilanz. Das heißt: Das Hotel verbraucht nicht mehr Energie, als es selber mittels Photovoltaik, Solar, Wasser-Wärme-Pumpe, Windenergie sowie einer bewussten Bauweise (ein Lavendelfeld am Dach erspart die Klimaanlage in den Zimmern darunter) erzeugt.

Generell lässt sich sagen: Alle Häuser, die mit dem Österreichischen Umweltzeichen (www.umweltzeichen.at) - so etwa alle 24 Mitgliedsbetriebe der Gruppe "Naturidyll-Hotels" (www.naturidyll.com) - oder dem europäischen Umweltzeichen (www.eco-label.com/german) ausgezeichnet sind, bemühen sich um verantwortungsvolle Urlaubsangebote. Beim Lebensministerium liegt die Broschüre "Ausgezeichnet Reisen - Ihr Guide für nachhaltigen Urlaub" auf (www.lebensministerium.at).

Mit einem Vorurteil muss noch aufgeräumt werden: Nachhaltige Urlaubsangebote müssen keinesfalls asketisch sein. Sie sind aber auch nicht teurer als vergleichbare konventionelle Angebote und in allen Preissegmenten zu finden.

Artikel erschienen am 23. März 2012 in: "Wiener Zeitung", Beilage "Wiener Journal", S. 22-28