Dieser pannonische Vertreter der Hundefamilie siedelte sich mittlerweile wieder im burgenländischen Nationalpark an. An diesem Identifikationsort des heimischen Naturschutzes offenbart sich beispielhaft der herausragende Rang der Tier- und Pflanzenwelt in unserer Vorstellung von einer Region. Selbst wenn uns die diversen Landschaftsszenarien sinnlich in ihrer ganzen Breite bedienen, so verkörpern doch jeweils ihre typischen Artvertreter sozusagen untrennbare Insignien. Im pannonisch-burgenländischen Fall sind das Störche, Trappen, Steppenrinder und so fort.

Aber nicht jeder Rückkehrer teilt hierzulande das Glück des Goldschakals. Ja man muss feststellen, die pannonische Alpenrepublik bildet für die rückkehrwilligen Wildtiere ein besonders schwieriges, geradezu unfreundliches Terrain. Während sich von Skandinavien bis zum Balkan die Bestände von Wolf, Luchs und Braunbär markant erholt haben, erweist sich der Raum zwischen Hochrhein, Thaya und March als Bollwerk gegen die Neuankömmlinge. Die kleine, mühe- bis liebevoll wieder angesiedelte Bärenpopulation fiel offenkundig heimischer Schießwut zum Opfer.

Der Wolf hingegen - seit geraumer Zeit in den Medien als Schrecken präsent (siehe dazu auch Seite 35) - hat in Wahrheit hierzulande überhaupt noch nicht Fuß fassen können. Anders etwa im benachbarten Deutschland, wo sich etliche Rudel auf stillgelegten oder intakten Truppenübungsplätzen und an ähnlich wolfsgenehmen Orten tummeln und munter fortpflanzen. Einen Hauch besser geht es im rot-weiß-roten Einzugsbereich den wieder eingebürgerten Luchsen. Trotz vieler Abschüsse halten sich zwei winzige Populationen der versteckt lebenden Raubkatze, davon eine in Wirklichkeit durch ihre bayerisch-tschechischen Rückzugsquartiere geschützt.

Angst vor dem Biber

Bezeichnend ist die hysterische Aufregung um einen anderen Heimkehrer, den wieder eingebürgerten Biber. Längst lässt die fleißige Verbisstätigkeit des Riesennagers und Ackerdiebs brave Bürger und Bauern erzittern. Die Wogen gehen hoch. Angst vor dem Ordnungsverlust, gar dem anarchisch Wilden und schnöder Mammon stehen neben dem oft sentimental geprägten Hang des urbanen Kulturmenschen zu "grünem" Naturerleben.

Unabhängig von solchem lokalen Klein-Klein nimmt zweifellos das ökologische Verständnis zu. Zumindest in den klassischen sowie aufstrebenden Industriestaaten (etwa China) wächst die Furcht vor einem generellen ökologischen Blackout und seinen Folgen. Das kommt weltweit letztlich auch den Artvertretern zugute, die als ausgewilderte oder einwandernde Rückeroberer in alt angestammte Verbreitungsgebiete zurückströmen - und geduldet werden.

Zu fragen bleibt freilich, warum viele Rückwanderer gerade in Österreich auf kaum überwindbare Hürden stoßen. Genau besehen ist selbst im Fall des populären Bartgeiers, der alpenweit ein Comeback feiert, Österreichs Bilanz regelrecht desaströs. Während sich die in die "Freiheit" entlassenen Vögel andernorts reichlich vermehren, überlebte bis vor Kurzem gerade eine Handvoll inländischer Nachkommen.