Die "Pensis" bei der Schiffsrundfahrt von Agia Napa bis Protaras und wieder zurück. - © Rösner
Die "Pensis" bei der Schiffsrundfahrt von Agia Napa bis Protaras und wieder zurück. - © Rösner

Außerdem komme diese Form des Reisens auch seiner altersbedingten Bequemlichkeit sehr entgegen, ergänzt Peter K. Denn wenn er individuell reist, dann sei er ganz allein und auf sich gestellt und müsse sich bemühen, neue Menschen kennenzulernen. Hier habe er all seine Freunde um sich. "Ja, hier kenne ich schon alle. Und das gibt mir ein Gefühl der Sicherheit und Geborgenheit", meint auch Helga D, die sich mit einer beiläufigen Handbewegung über ihre kurzen graublonden Haare fährt. Und Helmut W. fährt immer mit, weil das auch seine Eltern schon immer so gemacht haben. Die seien auch "eine große Partie" gewesen, wirft er ein.

Soziales Reisen

"Ich mache das, weil ich eine gute Sozialdemokratin bin und weil das hier ein soziales Reisen ist", meint nun Elisabeth Haidler dazu. Sie ist eine sogenannte Gruppenleiterin, die sich um ihre Reisegruppe kümmert, die mittlerweile schon 52 Personen umfasst.

"Und weil man auch mitgenommen wird, wenn man nicht gut beieinander ist. Egal, ob man auf Krücken angewiesen ist, im Rollstuhl fährt oder ein bisschen dement ist und Hilfe braucht. Die ärztliche Betreuung und dass man den Koffer von der eigenen Haustüre bis ins Hotelzimmer geliefert bekommt - das bietet kein anderes Reisebüro an. Und ob rot oder nicht, die Menschen schätzen so etwas", so die ehemalige Produktmanagerin, die in der Gruppe das Sagen zu haben scheint.

Aber ziehen Pensionistenverband und Seniorenbund bzw. SPÖ und ÖVP nicht ohnehin schon seit Jahrzehnten an einem Strang, wenn es um die Interessen älterer Menschen geht? "Die besten Zeiten hat Österreich in einer rot-schwarzen Koalition erlebt. Denn wie wir noch arm waren, haben alle zusammengehalten, egal ob rot oder schwarz. Die anderen haben zwar schon auch andere Interessen gehabt, aber es war wurscht - die Wirtschaftskammer hat mit der Arbeiterkammer super zusammengearbeitet", so Haidler weiter. "Und die Oberösterreicher sind neben den Wienern hier in Zypern auch deshalb so stark vertreten, weil sie sowohl regelmäßig in die Kirche als auch zum Pensionistenverband gehen." Jedenfalls ist Haidler ihren Angaben zufolge nicht daran interessiert, an Reisen teilzunehmen, wo die älteren Damen vielleicht ein Handtuch geschenkt bekommen und man etwas versprochen bekommt, dass nicht gehalten wird, erklärt sie.

Die andere Art von Freiheit

Die Meinung, dass man mehr Freiheit hat, wenn man individuell reist, weil man sich eben seine Hotels und Ausflüge selber aussuchen kann, lässt Haidler nicht gelten. Sie sei schon in sogenannten feinen Hotels in einem Keller gesessen und habe Capuccino getrunken, der nach Abwaschwasser geschmeckt hat. "Wenn mich jetzt hier in der Nacht was zwickt, ist gleich ein Arzt zur Stelle. Wenn ich ins Krankenhaus muss, sind sofort Übersetzer da und man kümmert sich um mich. Ich kann mit meinen Freunden Karten spielen, einkaufen gehen, Ausflüge machen - obwohl ich alt bin. Das ist Freiheit."

Abgesehen davon sei das Frühjahrstreffen nur ein Teil des jährlichen Reiseprogramms der meisten Pensionisten. Viele würden auch nebenbei sehr wohl noch individuell reisen - sofern es die Gesundheit erlaube, sagt Haidler. "Genau: mehrere Urlaube, dafür kurz. Das ist genau das Richtige für einen Pensionisten wie mich", erklärt nun auch Johann P. Denn hier würde er fünf Tage etwas Neues sehen und dann könne er sich wieder ausruhen und noch lange davon zehren. Längere Reisen seien für ältere Menschen oft schon zu anstrengend, meint er.