In der fünften und letzten Auflage von "Opera Aperta" standen die Themen Diversität sowie die Unterschiede und Gemeinsamkeiten von Menschen im Vordergrund. Zu den bedeutenden Impulsgebern für Diversität zählt die Kunst, als Trägerin und Vermittlerin. Warum? "Kunst ist Vorbild für unsere Gesellschaft in diesen Fragen", sagte Ruth Mateus-Berr, Leitung Zentrum Didaktik für Kunst und interdisziplinären Unterricht an der Universität für angewandte Kunst in Wien. "In Schulen und im Bildungswesen sollte Kunst im Mittelpunkt stehen, sie sollte eine zentrale Rolle in den Lehrplänen einnehmen". Denn es gehe um Persönlichkeitsbildung und um den Umgang gegenüber Minderheiten. "Kunst hat eine universelle Sprache, die jeder versteht", ergänzte Vanessa Gruber von der Universität für Angewandte Kunst hierzu. "Kunst lehrt, wie man mit Ungewissheiten umgeht, wenn man nicht weiß, wie etwas ausgehen wird."

"Wir leben in Zeiten, in denen wir nicht wissen, was passieren wird", sagte auch Mateus-Berr. Auch darum sollten wir alle in einem Team zusammenarbeiten. "Wir können nicht kalkulieren, was als nächstes passiert. Wir müssen gemeinsam lernen, zu verlernen. Einen Schritt zurück gehen und mit denen lernen, mit denen man zusammenarbeitet. Das betrifft jede Zielgruppe, mit denen wir in der Kunsterziehung arbeiten".

Barbara Brunmair von der St. Anna Kinderkrebsforschung brachte hierfür ein wesentliches Beispiel aus einem anderem Bereich. "Solche Prozesse sollten auch in der Medizin oder in den life sciences passieren, wo sich Wissenschaftler mit Kunst auseinandersetzen sollten und mit Leuten mit anderen Zugängen. Medizin folgt immer denselben Wegen. Manchmal passiert es, dass man nicht mehr links und rechts schaut. Und man sieht die Lösungen nicht mehr", sagte sie. Wissenschafter müssten neu denken, wie sie kommunizieren. Durch die Zusammenarbeit mit Künstlern hätten die Wissenschaftler neue Lösungen gefunden und neue Denkanstöße bekommen. "Die Zusammenarbeit mit Künstlern sollte viel öfter passieren", so Brunmair. (cra)