• vom 23.07.2018, 17:44 Uhr

Vor Gericht

Update: 23.07.2018, 18:41 Uhr

Vor Gericht

Ende mit Fluchtversuch




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"Das stimmt alles nicht"
Jedenfalls fuhr der Mann mit ihr die Zustelladressen ab. Bei einer Tankstelle wurde auch Bier gekauft. Während der Fahrt habe die 15-Jährige ihm sexuelle Avancen gemacht, gibt der verheiratete Mann an. In weiterer Folge sei es im Auto zum Geschlechtsverkehr gekommen, sagte der Mann am Montag. Bisher hatte er den Sex geleugnet. "Ich hatte Angst. Ich bin Ausländer und sie ist Österreicherin", bemerkte er nun dazu.

Nach dem Sex habe sie Geld oder sein Handy verlangt, so der Angeklagte. Sie habe ihn erpresst und gesagt, sie werde sonst zur Polizei gehen und ihn fälschlicherweise beschuldigen. Er habe ihr trotzdem nichts gegeben.

"Aber sie bekommt trotzdem kein Geld, wenn sie zur Polizei geht und hat ja nur Scherereien", warf Apostel ein. "Vielleicht war sie angefressen", meinte der Angeklagte. Er könne sich ihr Verhalten aber nicht erklären: "Sie ist mir glücklich vorgekommen".

"Das stimmt alles nicht", sagte Apostol bei der Urteilsbegründung zur Verantwortung des Mannes. "Sie haben das Leben und die weitere Existenz des Opfers zerstört." Bei einem Strafrahmen von fünf bis 15 Jahren erschienen dem Senat zwölf Jahre angemessen. Zudem muss der Mann der Jugendlichen 13.200 Euro Entschädigung zahlen. Als mildernd wurde seine Unbescholtenheit berücksichtigt, erschwerend war, dass er keine Reue gezeigt habe. Auch sei die Wehrlosigkeit des alkoholisierten Opfers ausgenützt worden, so der Senat.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, Verteidiger Rast meldete Nichtigkeitsbeschwerde und Berufung an. Sollte die Entscheidung Rechtskraft erlangen, wird der Mann von der U-Haft in die Strafhaft überstellt werden.

"Ausgeprägte Depression"
Das Mädchen konnte nicht vernommen werden. Ihre Befragung bei der ersten Verhandlung musste abgebrochen werden, weil sie zusammenbrach. Laut Gerichtspsychiater Peter Hofmann ist sie aktuell nicht verhandlungsfähig.

Die psychischen Folgen des inkriminierten Vorfalls bewertete er als schwere Körperverletzung. Es habe sich eine "ausgeprägte Depression" herausgebildet, sagte Hofmann. Der Arzt riet dringend zu einer Verhaltenstherapie und medikamentösen Behandlung.

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Dokument erstellt am 2018-07-23 17:50:08
Letzte Änderung am 2018-07-23 18:41:50


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