Vor Gericht

Daniel Bischof schreibt in seinen Reportagen aus dem Wiener Straflandesgericht über menschliche Tragödien, aber auch skurrile Dramen. Im Dossier "Vor Gericht" sind sie nachzulesen.

Strafprozess

"Dann wurde es wieder dunkel"4

  • Deutsche Touristin soll zu Silvester 2015 von neun Männer in Wien vergewaltigt worden sein - Prozessauftakt.

Wien. Eine Feier sollte es werden, in einer Tragödie endete es. Am 28. Dezember 2015 kam Frau S. nach Wien, um eine in der Stadt lebende Freundin zu besuchen und Silvester zu zelebrieren. Man trank Alkohol, besuchte den Silvesterpfad und ging anschließend in ein Lokal am Wiener Schwedenplatz. Da Frau S... weiter




Kieferbruch - das Video, in dem das wehrlose Opfer geschlagen wurde, sorgte für Entsetzen. Die Erstangeklagte wurde zu 18 Monaten Haft verurteilt, davon sechs Monate unbedingt. - © Wiener Zeitung

Prozess

Im Bann eines Videos7

  • Fünf Jugendliche verprügelten vor laufender Kamera ein Mädchen. Sie wurden wegen schwerer Körperverletzung verurteilt.

Wien. Journalisten, Zuschauer, Angehörige - alle sind sie da, um den Strafprozess gegen sechs junge Menschen zu sehen. Alle pressen sie sich in die Zuschauerbänke des Verhandlungssaals 303 im Wiener Straflandesgericht. Schnell sind die Plätze vergeben. Ein Privatsecurity weist die Zuspätgekommenen zurück... weiter




Wiederbetätigung

"Die Stimme der Vernunft ist schon nüchtern sehr leise"4

  • Prozess gegen Mann, der vor Polizisten den Hitlergruß machte.

Wien. Herr S. ist ein Mann der Widersprüche, des Unklaren. Er verstößt gegen das Verbotsgesetz, macht den Hitlergruß, schreit "Heil Hitler!". Seine Ex-Ehefrau aber, mit der er Kinder gezeugt hat: Sie ist Philippina. Er könne sich nicht erinnern, sagt er einmal bei seiner Befragung, nur um sich eine Minute später dann doch zu erinnern... weiter




Gericht

Brennende Liebe, brennendes Haus2

  • Strafprozess um trunksüchtigen Mann. Er soll eine Frau gestalkt und versucht haben, ihre Wohnung anzuzünden.

Wien. Zig Male ist Herr W. bereits als Angeklagter vor dem Richter gesessen. Am Mittwoch war es wieder so weit. Der 41-Jährige nahm auf der Anklagebank im Saal 303 des Straflandesgerichts Wien Platz. "Haben Sie Vorstrafen?", fragte ihn Richterin Nina Steindl. "Ja. Aber i waas ned mehr, wie vül", antwortete er... weiter




Hinter Kapuzen und Händen verbergen die Angeklagten vor der Kamera ihre Gesichter. - © apa/Alexander Fechter

Gericht

"Ich habe nur den Mund zugehalten"6

  • Fünf bis sechs Jahre Haft für Jugendliche, die Frau auf Toilette am Praterstern vergewaltigt haben sollen. Nicht rechtskräftig.

Wien. Es sind nur noch wenige Minuten, ja gar Sekunden, bevor sich der Schöffensenat zur Urteilsberatung zurückzieht. Gesenkten Hauptes sitzen die Angeklagten da, als ihnen der vorsitzende Richter, Norbert Gerstberger, das Schlusswort erteilt. "Ich bereue es, würde es nie wieder machen", gibt sich einer der Jugendlichen reumütig... weiter




Aus dem geplanten Urlaub in Italien wurde nichts. Das Auto ging auf der Strecke ein. - © Fotolia

Gericht

Totalschaden10

  • Angeklagte brach mit Freunden bei ihrer Mutter ein. Die rechtskräftigen Urteile: Vier bis sechs Monate bedingt.

Wien. Es ist eine zierliche, junge Frau, die am Donnerstagvormittag vor Einzelrichterin Daniela Zwangsleitner als Erstangeklagte sitzt. Die 16-Jährige hat schwarzes Haar, trägt einen lilafarbenen Kapuzenpullover. Als die TV-Kameras sie filmen, hält sie schützend ihre Hände vor ihr Gesicht. So unscheinbar die junge Frau wirken mag... weiter




Gerichtsreportage

"Das ist nur Ketchup"3

  • Prozess um Frau, die auf ihren Mann eingestochen haben soll. Es sei Notwehr gewesen, sagt sie. Ihr Mann habe sie zuvor jahrelang misshandelt.

Wien. Als Liebesbeziehung hatte es begonnen, als Drama endete es. Gemeinsam sitzt ein junges Ex-Paar im Verhandlungssaal 105 des Straflandesgericht Wien auf der Anklagebank. Während der Mann auf den Boden blickt, starrt die Frau geradeaus. Augenkontakt vermeiden sie. Mit ruhiger Stimme geben sie dem Vorsitzenden des Schöffensenats... weiter




Mindestens fünf Sekunden wurde das zweijährige Mädchen 60 Grad heißem Wasser ausgesetzt. - © fotolia/Andrey Volokhatiuk

Gerichtsreportage

"Was bleibt, ist ein totes Kind"13

  • Die Berufungsverhandlung um den Fall Leonie endete mit milderen Urteilen für die Eltern. Die Mutter muss nicht ins Gefängnis.

Wien. Oberstaatsanwalt Peter Gildemeister erhebt sich von seinem Platz. "Wirklich gerne stehe ich heute nicht da", sagt er. Unaussprechlich sei es, was in der Strafsache geschehen sei. "Wir sind im 21. Jahrhundert. Nicht im 13." Ausführlich und mit harten Worten prangert er das Verhalten der Angeklagten an... weiter




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