"Wiener Zeitung": (kats) St. Pölten wirkt wie eine Insel der Seligen. Wo liegen die Probleme in der Stadt?

Matthias Stadler: Wir konnten in den letzten Jahren sehr viele Vorhaben umsetzen. Daher herrscht sehr hohe Zufriedenheit.

Dann besteht aber ein Mobilisierungsproblem. Warum haben Sie den Wahltermin auf den 3. Juli gelegt?

Wir haben den Termin deshalb gewählt, weil die Menschen keinen langen Wahlkampf wollen. So können wir schon über den Sommer das Budget für 2012 oder auch Personalpläne machen. Die SPÖ versucht zu mobilisieren, indem wir in den letzten Wochen alle Haushalte in St. Pölten besucht haben.

Was sind Ihre Wahlkampfthemen?

Wir haben mit mehr als 100 Fachexperten ein 230-Punkte-Programm für die nächsten fünf Jahre ausgearbeitet. Darunter fallen Bereiche wie Stadtentwicklung, mehr Jobs, Wirtschaftsentwicklung, soziale Sicherheit für alle Generationen und Lebensqualität. Und wir wollen den Gesundheitsschwerpunkt weiter ausbauen. Die Orthopädie, die nach Krems abgesiedelt werden soll, wollen wir behalten.

Ein kurzer Wordrap. Ihr Kommentar zu Erwin Pröll.

Ein Partner mit Handschlagqualität. Die Zusammenarbeit mit dem Land hat sich verbessert.

. . . Bundesregierung.

Ich erwarte mir eine Initiative in der Bildungspolitik. Die dauernden Blockaden halte ich nicht aus.

. . . Bettelverbot.

Betteln ist für arme Leute ein Menschenrecht. Organisiertes Betteln sollte man in den Griff bekommen.

. . . Finanzausgleich.

Es muss eine Besserstellung für die großen Kommunen geben.

Was ist Ihr Wahlziel?

Die absolute Mehrheit zu halten und ein Ergebnis über 50 Prozent.

Und was machen Sie, wenn es nicht so ist?

Das überlege ich mir nachher.

Matthias Stadler (45) ist seit 2004 St. Pöltener Bürgermeister, 2006 holte er der SPÖ die absolute Mandatsmehrheit.