Wieso kommen die Grünen in den Umfragen nicht wirklich vom Fleck?

Kärnten ist halt nicht besonders urban. Wir sind bei sieben Prozent. Ich denke, dass wir acht Prozent erreichen. Damit hätten wir das dritte Mandat. Das ist zu schaffen.

Wo wäre für Sie die Schmerzgrenze?

Wenn ich nach fünf Jahren harter Arbeit weniger habe, als das letzte Mal, dann muss ich mich in Frage stellen.

Womit wollen Sie punkten?

Durch das Proporzsystem sind wir die einzige wirkliche Opposition. Wir haben auch dadurch absolut saubere Hände und die letzten fünf Jahre eine lupenreine Kontrolle gemacht. Das sieht man an den vielen U-Ausschüssen. Aber wir betreiben nicht nur Oppositionsarbeit, sondern bieten auch Vorschläge, was man besser machen müsste. Wir haben die höchste Verschuldung und Armut seit es Kärnten gibt. Dagegen müssen wir etwas tun.

Landeshauptmann Dörfler meint, das seien Investitionen in die Zukunft . . .

Wenn man die Kelag verkauft hat, die Wohnbauförderungsdarlehensforderungen für 700 Millionen Euro an die Hypo verkauft hat, die jetzt der Bayern LB gehört und für die man noch mit 20 Milliarden haftet, wenn das Familiensilber weg ist, dann möchte ich wissen, was das für eine Investition in die Zukunft ist.

Was halten Sie von diesem Zukunftsfonds?

Auf der einen Seite stehen 2,7 Milliarden Euro Schulden, auf der anderen Seite sind 500 Millionen Euro im Zukunftsfonds, von denen schon 330 Millionen verprojektiert sind. Auch die Zinsen sind für die nächsten 15 Jahre verplant. Normalerweise müsste man Kärnten besachwaltern, zumindest das Finanzreferat. Es braucht eine Therapie für die nächsten 20, 30 Jahre, um uns zu entschulden.

Was bieten Sie den Wählern sonst noch an?

Ich biete das Ziel an, energieautark zu werden. Damit kann man bis zu 10.000 Arbeitsplätze in Klein- und Mittelbetrieben schaffen. Das ist momentan sehr schwierig, weil viele Politiker auf der Payroll der Energiekonzerne sind. Das funktioniert erst dann, wenn die Energiekonzerne die Sonne gekauft haben.

Seit Wochen gibt es massive Diskussionen innerhalb der grünen Partei, Stichwort: EU-Kehrtwende, Voggenhuber, Sexismus. Wie wirkt sich das auf den Wahlkampf aus?