• vom 13.02.2009, 16:50 Uhr

Österreich


Kärntens Landeshauptmann Gerhard Dörfler im Interview über Schulden, Asylwerber und Jörg Haider

"Ich will keine tschetschenischen Killer"




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Von Wolfgang Zaunbauer

  • Keine Schulden, sondern werthaltige Investitionen.
  • Asyl: "Wir stehen zu humanitären Aufgaben, aber die Saualm bleibt."
  • "Jörg Haider war der größte Lehrmeister."
  • "Wiener Zeitung": Wie zuversichtlich sind Sie, dass Sie in vier Wochen noch Landeshauptmann sind?
  • Gerhard Dörfler: Sehr zuversichtlich. Die Menschen in Kärnten wissen, wer für Kärnten steht.

Womit wollen sie punkten?


Wir werden den Zukunftskurs Kärntens fortsetzen. 1999 hatte Kärnten die ältesten Bahnhöfe, die rostigsten Zuggarnituren, ein paar Schuhfabriken und in vielen Bereichen veraltete Strukturen. Heute ist Kärnten ein modernes Land. Wir haben das Land erneuert und werden diesen Prozess weiterführen. Ich bin das längst dienende Regierungsmitglied und habe diese Entwicklung maßgeblich mitgeprägt - und die Kärntner wissen das.

Aber ganz auf den Jörg-Haider-Bonus will das BZÖ auch nicht verzichten, schließlich tritt man wieder als "Liste Jörg Haider" an.

Damit wir den Listenplatz eins sicherstellen konnten, mussten wir uns als "Die Freiheitlichen - Liste Jörg Haider, BZÖ" bezeichnen. Das war ein formalrechtlicher Grund. Außerdem war Jörg Haider der Gründer dieser jungen politischen Bewegung. Er war unser Landeshauptmann und er hat das Land massiv geprägt. Er hat uns damit das Fundament für die Zukunft zur Verfügung gestellt. Darauf werden wir aufbauen.

Dieses Fundament ist aber nicht sehr stabil. Kärnten hat eine sehr hohe Verschuldung, eine sehr hohe Arbeitslosigkeit .. .

Wir hatten im letzten Jahr den höchsten Beschäftigungsstand der letzten 50 Jahre. Kärnten hat einen Zukunftsfonds mit 700 Millionen Euro, aus dem wir den Gratis-Kindergarten und touristische Projekte finanzieren - aus den Zinserlösen. Die Menschen in Kärnten haben eine andere Sicht der Dinge als jene von außen, die nicht wissen, was los ist im Land. Wir mussten Kärnten, ein Land mit extremem Rückstand, umbauen. Durch den Aufholprozess haben wir werthaltige Investitionen geschaffen.

Im Wahlkampf fällt auf, dass Sie trotz Wirtschaftskrise vor allem Sicherheitsthemen plakatieren.

Wer bei den Menschen ist, weiß was die Menschen wollen und nicht wollen. Wir stehen beim Thema Asyl zu unseren humanitären Aufgaben. Kärnten kommt seinen Verpflichtungen nach - bis zu einer gewissen Möglichkeit. Zehn Prozent sind integrierbar. Deshalb sage ich ja zu humanitären Aufgaben, aber ganz klar nein zu straffälligen Asylwerbern. Finden Sie das gut, was da in Wien passiert? Ich will nicht, dass in Kärnten tschetschenische Killerkommandos Asylwerber niederknallen. Und das wollen auch die Menschen nicht.

Und an der Saualm halten Sie fest?

Selbstverständlich. Die anderen Bundesländer wären froh, wenn sie so eine Sonderanstalt hätten. Auf der Saualm können die Asylwerber nicht mit Drogen dealen, weil Hirsch und Reh brauchen kein Kokain und kein Heroin. Und sie können nirgends einbrechen und keine Kinder überfallen. Wir versuchen mit diesem Projekt aber auch, straffällige Asylwerber zu begleiten und zu betreuen und ihnen so eine neue Chance zu geben. Das wird im fernen Wien ein bisschen verklärt gesehen.

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Dokument erstellt am 2009-02-13 16:50:11
Letzte Änderung am 2009-02-13 16:50:00


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