Dementsprechend muss nun in Österreich zumindest alle fünf Jahre der Nationalrat neu gewählt werden. Zusammengesetzt wird er nach dem Verhältniswahlrecht, d.h. jede Partei bekommt etwa den Anteil an Mandaten, den sie an den Stimmen hat. Allerdings gibt es eine Mindesthürde für den Einzug: Eine Gruppierung muss entweder ein Direktmandat in einem der 43 Regionalwahlkreise oder vier Prozent der Stimmen österreichweit erringen.

Bei der Wahl geht es um die Vergabe der 183 Nationalrats-Mandate. Gewählt werden nicht Einzelpersonen, sondern die von wahlwerbenden Parteien oder Gruppierungen vorgelegten Listen. Das Wahlergebnis ist Ausgangspunkt für die Regierungszusammensetzung. Auf seiner Basis verhandeln die im Nationalrat vertretenen Parteien über eine Zusammenarbeit. In der Regel - seit 1945 gab es nur eine Ausnahme - bilden Parteien eine Koalition, die gemeinsam eine Mehrheit im Nationalrat haben.

Rechtsgrundlage für die Wahl ist die Nationalratswahlordnung 1992. Demnach werden Mandate auf drei Ebenen vergeben: In 43 Regionalwahlkreisen, den neun Bundesländern und auf Bundesebene.

Wahlberechtigt sind alle Staatsbürger, die spätestens am Wahltag ihren 16. Geburtstag feiern, in eine Wählerevidenz eingetragen und nicht wegen einer gerichtlichen Verurteilung von der Wahl ausgeschlossen sind. Zwei Jahre älter, also 18, muss man sein, um für den Nationalrat zu kandidieren. Weitere Voraussetzungen für die Kandidatur sind, dass man in einer Wählerevidenz eingetragen ist und auf dem Wahlvorschlag einer antretenden Partei aufscheint.

Ab sofort können für die Nationalratswahl am 28. September Wahlkarten beantragt werden - da die Nationalratswahl bereits im Bundesgesetzblatt ausgeschrieben worden ist. Eine Wahlkarte braucht, wer seine Stimme nicht am Wahlsonntag in seinem Wahllokal am Wohnort abgeben kann. Heuer kann mit der Wahlkarte erstmals aus dem In- und Ausland per Brief gewählt werden.

Ausgestellt werden können Wahlkarten erst, sobald feststeht, welche Gruppierungen wo antreten. Das wird Anfang September der Fall sein. Wer die Wahlkarte zeitgerecht beantragt, bekommt knapp drei Wochen vor der Wahl zugesandt.