Wenig Auswirkungen auf die Wahlentscheidung dürfte die Sendung auch laut Wolfgang Bachmayer vom OGM haben. Die Runde sei einfach zu groß, man könne seine Botschaften kaum unterbringen, sagte Bachmayer gegenüber der APA. Das Problem der Zeitknappheit sieht auch Ulram. Jedem einzelnen werden "gerade zehn Minuten" zur Verfügung stehen, da sei man "sehr reduziert".

10 bis 15 Prozent sind unentschlossen

Die Zahl der Unentschlossenen liegt wenige Tage vor der Wahl laut Experten zwischen 10 und 15 Prozent. Wirklich unentschlossen seien aber die wenigsten - die Entscheidung falle meist zwischen zwei Parteien, sagt Imma Palme (IFES). Peter Hajek (OGM) hält die Deklarationsquote für "schon relativ hoch", zuletzt gaben über 80 Prozent der Befragten an, sich bereits entschieden zu haben. Hajek gibt die Zahl mit der Unentschlossenen mit bis zu 15 Prozent an.

Werner Beutelmeyer (market) verweist auf den Anteil der "last minute decider": Rund zehn Prozent würden sich erst kurz vor der Stimmabgabe - zum Teil auch erst in der Wahlzelle - endgültig entscheiden. In diese Gruppe fallen laut Beutelmeyer zumeist junge und weibliche Wähler.

Wahlbeteiligung könnte steigen

Die große Unbekannte dürfte die Wahlbeteiligung sein. Wolfgang Bachmayer (OGM) rechnet mit einem leichten Anstieg gegenüber der letzten Wahl (2002: 84 Prozent), da der Wahlkampf "sehr spannend ist". Außerdem gehe es diesmal "um viel" und auch der schmutzige Wahlkampfstil trägt seiner Meinung nach eher zu einer erhöhten Aufmerksamkeit und damit zu einer hohen Wahlbeteiligung bei. Mit einer sinkenden Beteiligung rechnet hingegen Palme. Es habe im Wahlkampf vieles gegeben, was eher "abtörnend" sei, verweist sie auf den bisherigen Negativ-Wahlkampf.

Parteien hoffen vor Sonntag noch auf letzte Zugewinne

Wenige Tage vor der Nationalratswahl hofften die kandidierenden Parteien noch auf letzte Zugewinne bei den Wählerstimmen. FPÖ-Generalsekretär Vilimsky will die Zehn-Prozent-Hürde schaffen und rechnet, dass die Blauen "25 und mehr Nationalratsabgeordnete stellen werden". BZÖ-Obmann Westenthaler übte heftige Kritik an anderen Parteien, Meinungsforschern und Medien. Es habe eine "Allianz des Widerstands gegen das BZÖ" gegeben. Dies werde dem BZÖ aber nicht schaden, sondern ein noch besseres Wahlergebnis bringen, meinte Westenthaler.

Die SPÖ setzt kurz vor der Wahl noch einmal voll auf das Thema Eurofighter. SPÖ-Klubobmann Cap erklärte, die SPÖ werde "alles unternehmen, um aus dem Vertrag aussteigen zu können". Die Grünen positionierten sich am Donnerstag noch einmal als Frauen-Partei. Die KPÖ zeigte sich realistisch und hofft kaum noch auf den Einzug in den Nationalrat. Als Wahlziel nannte Spitzenkandidat Mirko Messner "dazugewinnen".