• vom 24.08.2009, 17:30 Uhr

Österreich

Update: 24.08.2009, 17:31 Uhr

Vorarlberg: FPÖ-Chef Dieter Egger attackiert jüdischen Museumsdirektor

Das Ende von Schwarz-Blau




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  • ÖVP-Sausgruber: Nach Landtagswahl keine Koalition mehr mit FPÖ.
  • Scharfe Kritik auch aus dem Bund.
  • Bregenz. Für die ÖVP-FPÖ-Zweierkoalition in Vorarlberg ist nach 35 Jahren das Ende nah. Der Grund: FPÖ-Chef Dieter Egger hatte beim Wahlkampfauftakt am Freitagabend in Hohenems vor einer "muslimischen Mehrheit in diesem Land" gewarnt und den Direktor des Jüdischen Museums Hohenems, Hanno Loewy, als "Exil-Jude aus Amerika" tituliert.

Landeshauptmann Herbert Sausgruber (l.) und FPÖ-Chef Dieter Egger gehen bald getrennte Wege. Foto: apa

Landeshauptmann Herbert Sausgruber (l.) und FPÖ-Chef Dieter Egger gehen bald getrennte Wege. Foto: apa Landeshauptmann Herbert Sausgruber (l.) und FPÖ-Chef Dieter Egger gehen bald getrennte Wege. Foto: apa

ÖVP-Landeshauptmann Herbert Sausgruber reagierte mit ungewohnt deutlichen Worten: "Ich fordere den Landesrat auf, diese Äußerung unverzüglich zurückzunehmen", sagte er. Andernfalls werde dies dazu führen, "dass wir ab Herbst, wie immer die Wahl ausgeht, jedenfalls nicht gemeinsam auf der Regierungsbank sitzen". Egger hingegen richtete dem Chef der Ländle-ÖVP via TV aus, man werde sich von niemandem erpressen lassen.


Am Montag bekräftigte Sausgruber seine Position: "Egger hat seine Chance zur Korrektur seiner Aussage nicht wahrgenommen, demnach werden wir nicht gemeinsam auf der Regierungsbank sitzen", sagte er. Neben Egger habe auch die FPÖ eine Korrektur vermissen lassen. Von einem Ende der Koalition vor der Landtagswahl am 20. September hält er aber nichts.

Egger selbst erhielt Rückendeckung von FPÖ-Generalsekretär Herbert Kickl. Vorwürfe, Eggers Aussagen seien antisemitisch interpretierbar, seien "lächerlich", sagte Kickl. ÖVP-Generalsekretär Fritz Kaltenegger betonte hingegen, Eggers Äußerung sei "absolut inakzeptabel" und "auf das Schärfste zurückzuweisen". SPÖ-Bundesgeschäftsführerin Laura Rudas ortete einen Beleg dafür, "dass Hetze ein Grundelement freiheitlicher Politik ist", während der Grüne Werner Kogler SPÖ und ÖVP dazu aufgefordert sah, auf Abstand zu den Freiheitlichen zu gehen.

Auch der Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde (IKG), Ariel Muzicant, übte scharfe Kritik an SPÖ und ÖVP. Diese seien dazu bereit, die FPÖ in Landesregierungen oder sogar in eine Bundesregierung zu holen - für ihn der "eigentliche Skandal". Der Bundesverband der Israelitischen Kultusgemeinden gratulierte hingegen Sausgruber im Namen aller jüdischen Gemeinden Österreichs "zu seiner klaren Haltung gegenüber FPÖ-Landesrat Dieter Egger". Loewy selbst zeigte sich über Eggers Aussage empört. Er hätte Egger "eigentlich für schlauer gehalten".



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Dokument erstellt am 2009-08-24 17:30:59
Letzte Änderung am 2009-08-24 17:31:00

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