Obamas Schwur auf Abraham Lincolns Bibel. Foto: epa
Obamas Schwur auf Abraham Lincolns Bibel. Foto: epa

In seiner Antrittsrede hat Obama den amerikanischen Führungsanspruch in der Welt betont und gleichzeitig internationale Hoffnungen auf ein harmonisches Miteinander genährt. Auf den Stufen des Kapitols sagte er nach seiner Vereidigung am Dienstag in Washington an die Adresse des Auslandes gerichtet: "Amerika ist ein Freund jeder Nation und jedes Mannes, jeder Frau und jedes Kindes, die eine Zukunft in Frieden und Würde anstreben." Gleichzeitig warnte er diejenigen, die sich dem Terrorismus verschrieben haben: "Ihr könnt uns nicht überdauern und wir werden Euch besiegen."

Auch gegen die Wirtschaftskrise will Obama entschieden vorgehen: "Heute sage ich zu Ihnen, dass die Herausforderungen, denen wir gegenüberstehen, real sind. Sie sind ernst und es sind viele", sagte der 47-Jährige. Die Probleme ließen sich nicht rasch lösen. "Aber sei versichert Amerika: Sie werden gelöst." Die Wirtschaftslage erfordere kühnes und rasches Handeln. "Und wir werden handeln."

Nicht wie geplant verlief das Gala-Essen nach der Zeremonie. Der 76-jährige US-Senator Edward "Ted" Kennedy erlitt dabei einen Schwächeanfall. Der Bruder von John F. Kennedy leidet seit geraumer Zeit unter einem schweren Krebsleiden. Senator Robert Byrd (geb. 1917), wie Kennedy ebenfalls ein hochrangiger Demokrat, erlitt ebenfalls einen Zusammenbruch. Medienberichten zufolge wurden beide umgehend medizinisch erstversorgt.

Vize Joe Biden mit Frau Jill bei der Vereidigung. Foto: epa
Vize Joe Biden mit Frau Jill bei der Vereidigung. Foto: epa

Abschied von Bush

Stunden vor seiner Vereidigung zum neuen US-Präsidenten besuchte Obama mit seiner Frau Michelle die St. John´s Episcopal Church, die auch als "Gotteshaus der Präsidenten" bekannt ist, um den traditionellen Gottesdienst zu feiern. An dem Kirchgang nahmen unter anderen Vizepräsident Joe Biden und dessen Frau Jill teil.

Vor der Inaugurationsfeier kam es im Weißen Haus zu einem Treffen der Obamas mit dem scheidenden Präsidenten George W. Bush und dessen Frau Laura. Das Treffen im persönlichen Rahmen zwischen dem scheidenden und dem künftigen Präsidenten hat Tradition. Um 11 Uhr Ortszeit erreichte Barack Obama schließlich das Kapitol. Zu diesem Zeitpunkt hatten sich dort bereits zwei Millionen Menschen versammelt. Nachdem der strikt konservative evangelikale Pastor Rick Warren ein Bittgebet gesprochen hatte, wurde Vizepräsident Joe Biden vereidigt, bevor schließlich Obama Dabei gingen dem Obersten US-Richter John Roberts, der Obama den Eid abnahm, die Nerven durch. Er sprach den Angelobungstext falsch vor, was zu Verwirrung und einem Verhaspler Obamas führte.