Um 4.30 Uhr herrschte in Washingtons öffentlichen Verkehrsmitteln bereits eine Betriebsamkeit wie sonst nur zur Stoßzeit. Die meisten Parkplätze vor den U-Bahn-Stationen mussten bereits kurz nach 5 Uhr Früh wegen Überfüllung geschlossen werden, zuvor gab es dort Staus mit der Länge von zwei Meilen.

Noch vor dem Morgengrauen versammelten sich zehntausende Menschen direkt vor dem Kapitol, um in Decken und Schlafsäcke gehüllt auf die Festlichkeiten zur Amtseinführung des neuen US-Präsidenten zu warten und vor allem um gute Plätze zu ergattern. Viele dieser "Early Birds" hatten bereits die Nacht vor dem Kapitol ausgeharrt. Bei eisigen Temperaturen vertrieben sie sich die Zeit mit Hüpfen und Singen, Tausende skandierten das Obama-Wahlkampfmotto "Yes we can".

Unter denen, die sich bereits sehr zeitig einen Platz sicherten, befand sich auch einige Prominenz. Der Hollywood-Schauspieler Denzel Washington etwa wurde schon Stunden vor der Amtseinführung auf dem Platz vor dem Kapitol gesichtet, Boxlegende Muhammad Ali und Ex-Präsident Bill Clinton fanden sich zu einem späteren Zeitpunkt ein. An den Sicherheitsschleusen bildeten sich lange Schlangen.

Verkehr stand still

Einzigartig war das Sicherheitsaufgebot, das die Inauguration des 44. US-Präsidenten in Washington begleitete. Mehr als 40.000 Soldaten und Polizisten waren im Einsatz, auf den Dächern der Washingtoner Innenstadt wurden hunderte Scharfschützen postiert. Die meisten Einfallsstraßen in die US-Hauptstadt wurden abgesperrt, der Verkehr kam zum Erliegen.

Als schließlich die Feiern begannen, befanden sich laut Schätzungen rund zwei Millionen Menschen vor dem Kapitol. Das war absoluter Rekord. Die bisher größte Menschenmenge bei einem Amtswechsel hatte sich zum Amtsantritt von Präsident Lyndon B. Johnson 1965 in Washington eingefunden. Damals wurden 1,2 Millionen Menschen gezählt.