Obama-Fans beim Konzert in Washington DC. - © EPA / Shawn Thew
Obama-Fans beim Konzert in Washington DC. - © EPA / Shawn Thew

Obama legt am Dienstag vor dem Kapitol in Washington als erster schwarzer Präsident in der Geschichte der USA seinen Amtseid ab. Zu dem Großereignis werden bis zu zwei Millionen Besucher erwartet.

Am Sonntag wurden Obama und seine Familie zu einem Konzert erwartet, bei dem das "Who is Who" der Popmusik auftreten sollte - darunter Beyonce, Bono, Bruce Springsteen und Stevie Wonder. Bis zu einer halben Million Menschen wollte Obama in der Hauptstadt begrüßen.

Die Reise wurde nach dem Vorbild einer Zugfahrt des früheren US-Präsidenten Abraham Lincoln organisiert, der 1861 ebenfalls über diese Strecke zur Amtseinführung nach Washington gefahren war. Der Pullman-Zug aus den 1930er Jahren startete in Philadelphia im Bundesstaat Pennsylvania und hielt zwischendurch in Wilmington im Bundesstaat Delaware und in Baltimore im Bundesstaat Maryland, bevor er am Abend (Ortszeit) in Washington eintraf. Dort wurde er vom Secret Service abgeholt, dem Sicherheitsdienst des Weißen Hauses. Obama und seine Familie stiegen in eine schwarze Cadillac-Limousine mit der "44" im Nummernschild - als Hinweis darauf, dass er ab Dienstag der 44. US-Präsident sein wird.

"Hallelujah, wir haben es geschafft!", hieß es auf einem Plakat, das Obama in der Stadt Claymont entgegengehalten wurde. Biden gesellte sich in seinem Wohnort Wilmington zu der Reisegesellschaft. Für Obamas Frau Michelle, die am Samstag 45 Jahre alt wurde, stimmte die Menschenmenge ein "Happy Birthday" an. An der Bahnstrecke herrschten scharfe Sicherheitsvorkehrungen, zur Luftüberwachung war ein Chinook-Hubschrauber im Einsatz.

Bei der Zugfahrt rief Obama sein Land zu einer "neuen Unabhängigkeitserklärung" auf, um die Menschen von "Ideologie und Kleingeistigkeit, Vorurteilen und Engstirnigkeit" zu befreien. "Lasst uns dafür sorgen, dass diese Wahl nicht das Ende des Wandels in Amerika ist, sondern der Anfang", sagte Obama.

In seiner letzten Radioansprache vor seinem Einzug ins Weiße Haus hatte er die US-Bürger zuvor auf schwierige Zeiten eingestimmt. "Wir erleben eine schwere Zeit, und noch schwerere Tage könnten vor uns liegen", sagte der 47-Jährige. "Unsere Nation ist im Krieg. Unsere Wirtschaft durchlebt große Turbulenzen. Und es gibt so viel zu tun, um Frieden wiederherzustellen und Wohlstand zu steigern."

Einer Umfrage zufolge setzen die Amerikaner große Hoffnungen in Obama. 65 Prozent der Befragten erklärten, Obama werde ein überdurchschnittlicher Präsident sein. 28 Prozent von ihnen halten ihn sogar für herausragend. Und auch in wirtschaftlichen Fragen trauen ihm die Menschen etwas zu: 71 Prozent sagten, die Konjunktur werde sich im ersten Jahr von Obamas Präsidentschaft wahrscheinlich verbessern. (APA)