Politiker aus aller Welt haben am Dienstag anlässlich der Amtseinführung von Barack Obama in ihren Glückwünschen große Hoffnungen in die neue US-Präsidentschaft gesetzt.

Israels Präsident Shimon Peres sprach von einem großen Tag für die ganze Welt. Damit werde einer der größten Fehler der Geschichte, nämlich die Sklaverei, korrigiert, sagte Peres. Er bete, dass Barack Obama ein großer Präsident werde. Alle hofften, dass Obama mit gutem Willen und Dialog eine friedliche Lösung für alle betroffenen Parteien im Nahen Osten bringen könne.

Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel sprach von einer wirklichen großen Stunde. Sie sieht eine Vielzahl von Chancen und erwarte ein wechselseitiges Zuhören und gemeinsames Handeln.

Die britische Königin Elizabeth II. gratulierte bereits dem 12. US-Präsidenten, ihr Premierminister Gordon Brown bot Obama eine enge Zusammenarbeit an. Als Themen der Kooperation mit dem Weißen Haus nannte Brown den Kampf gegen die Wirtschaftskrise, den Umweltschutz, den Nahost-Friedensprozess und das Thema Afghanistan.

Russland forderte Obama zu einem Politikwechsel mit Blick auf die angestrebte Mitgliedschaft der Ukraine und Georgiens in der Nato auf. Die Vereinigten Staaten sollten ihre "anti-russischen" Pläne aufgeben, den ehemaligen Sowjetrepubliken eine rasche Aufnahme in das Bündnis zu ermöglichen, sagte Vize-Außenminister Sergej Rjabkow. Das Vorhaben habe die Ukraine destabilisiert und den Georgien-Krieg im August mit ausgelöst.

Der kanadische Regierungschef Stephen Harper forderte den neuen US-Präsidenten auf, sich nach seiner Amtsübernahme verstärkt für die Stabilisierung der Wirtschaft einzusetzen und weitere Maßnahmen zu ergreifen. Wenn die Probleme US-amerikanischer Banken nicht behoben würden, werde die Wirtschaft weltweit darunter leiden, sagte Harper.

Papst Benedikt XVI. forderte Barack Obama in seinem Glückwunschtelegramm dazu auf, sich für das Verständnis, die Kooperation und den Frieden zwischen den Nationen einzusetzen.

Mit einem unfreundlichen Akt begingen die chinesischen Behörden die Amtseinführung Obamas. Der Dissident Yao Lifa, der an einer Feier zur Amtseinführung im US-Konsulat nahe seiner Heimatstadt Qianjiang teilnehmen wollte, wurde festgenommen.

Bundespräsident Heinz Fischer erinnerte daran, dass angesichts der großen weltpolitischen Herausforderungen und Probleme unserer Zeit der Start der neuen US-Administration von besonderen Erwartungen und Hoffnungen begleitet wird. Die Führungskraft Obamas werde auch für die Beziehungen zwischen den USA und Europa sowie für eine friedliche und positive Entwicklung der Internationalen Gemeinschaft von sehr großer Bedeutung sein. Fischer betonte, dass Österreich sehr daran interessiert ist, die traditionell engen und freundschaftlichen Bande zwischen den USA und unserem Land in Zukunft weiter auszubauen.

Bundeskanzler Werner Faymann hofft, dass der neue US-Präsident Barack Obama der Weltwirtschaft auf die Beine hilft. Würden engagierte und mutige Maßnahmen gesetzt, hätte das einen riesigen Effekt für Europa und damit auch für Österreich, meinte der Kanzler nach dem Ministerrat.