Gates ist seit zwei Jahren Verteidigungsminister. Er gilt als gemäßigter Politiker und ist den Republikanern und der Familie Bush verbunden. Gates hat den Irak-Krieg und die Truppenverstärkung zur Bekämpfung der Aufständischen unterstützt. Der 65-Jährige hat sich aber auch dafür ausgesprochen, die Zahl der US-Soldaten im Irak wieder zu reduzieren und dafür die Kampfverbände in Afghanistan im Kampf gegen die Taliban und Al Kaida zu verstärken - eine Strategie, die er mit Obama teilt.

Laut Politico soll kommende Woche ebenfalls bekanntgegeben werden, dass der frühere Nato-Kommandant James Jones nationaler Sicherheitsberater werde und Obamas außenpolitische Beraterin Susan Rice US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen. Chef der US-Geheimdienste wird demnach der Admiral im Ruhestand Dennis Blair. Zum Stellvertreter des künftigen Außenministers werde der frühere stellvertretende nationale Sicherheitsberater James Steinberg ernannt, berichtete Politico weiter.

Polit-Urgestein Volcker als Finanzreformator

Obama tritt am 20. Jänner das Amt des US-Präsidenten an. Mit der Ernennung von Gates würde er seine Ankündigung umsetzen, als Zeichen seiner Parteigrenzen überschreitenden Politik mindestens einen Republikaner ins Kabinett zu holen. Außerdem sei es für Obama von Vorteil, wenn er den US-Abzug aus dem Irak mit einem der Hauptverantwortlichen für die zwischenzeitlich enorme Truppenaufstockung in dem Zweistromland bewältigen könne, kommentierte Politico. Offiziell wollte Obamas Sprecher nichts zu einem Verbleib des Pentagonchefs im Kabinett sagen.

Außerdem will der designierte US-Präsident laut einem Medienbericht den früheren US-Notenbankchef Paul Volcker zu seinem Chefberater bei der Reform der Finanzmärkte machen. Volcker solle Vorsitzender des neuen Wirtschaftsrats zur Stabilisierung der Märkte werden, berichtete das "Wall Street Journal" am Mittwoch unter Berufung auf Vertreter der Demokraten. Dem Beirat sollen demnach keine Regierungsmitglieder, sondern ausschließlich Vertreter aus Wirtschaft und Gesellschaft angehören.

Der 81-jährige Volcker gilt als einer der angesehensten Währungsexperten der Welt. 1979 war er vom demokratischen US-Präsidenten Jimmy Carter 1979 an die Spitze der amerikanischen Notenbank geholt, 1983 vom Republikaner Ronald Reagan für eine zweite Amtszeit wiederernannt worden.

Während sein neues Kabinett langsam Gestalt annimmt, hat Barack Obama die Spenden für die Feierlichkeiten zu seinem Amtsantritt auf 50.000 limitiert und plant, Spender mit besonderen Interessen gänzlich auszuschließen. Dazu gehören Unternehmen, Politische Aktionskomitees, Lobbyisten, Nicht-US-Bürger und registrierte ausländische Agenten. Laut Wahlkampf-Experten handelt es sich um die konsequentesten Auflagen, die es je gegeben hat. George W. Bush hatte Spendern für seine Amtseinführung ein Limit von 250.000 Dollar gesetzt, Unternehmen durften mehr spenden.