Obama wolle Clinton nach dem Thanksgiving-Feiertag am Donnerstag, den 27. November berufen, sagte der Mitarbeiter. Die Ernennung wäre ein weiterer Meilenstein in der politischen Laufbahn der früheren First Lady, die im Vorwahlkampf der Demokraten um die Präsidentschaftskandidatur Obama unterlegen war. Clinton müsste vor Antritt des Ministeramts ihren New Yorker Senatssitz aufgeben, den sie seit acht Jahren innehat.

Ein ranghoher Berater Obamas erklärte, der designierte Präsident sei von Anfang an von Clinton als Kandidatin für das Amt begeistert gewesen. Er sei überzeugt, dass eine Außenministerin Clinton den USA international Glaubwürdigkeit verschaffen werde. Bei einigen Demokraten stieß die Nachricht über Clintons bevorstehende Berufung auf Skepsis. Sie erklärten, möglicherweise sei Clinton zu eigenständig und ehrgeizig für diesen wichtigen Posten.

Alternativen im Senat

Außerdem hat die demokratische Führung Clinton offenbar als Alternative eine führende Position im Senat angeboten. Clintons Überlegungen sind laut Freunden auch von einer gewissen Unzufriedenheit mit ihrer Position im Senat getragen, weil ihr dort eine führende Position bisher vorenthalten blieb. "Sie ist noch eine sehr junge Senatorin. Sie hat kein Komitee. Und sie hatte enttäuschende Momente mit ihren Kollegen", sagte ein ungenannt bleiben wollender Clinton-Intimus. Besonders herb sei gewesen, dass sie nicht für die Leitung einer Taskforce zur Gesundheitsvorsorge infrage gekommen sei.

Um im Falle einer Amtsübernahme im Kabinett Obamas mögliche Interessenskonflikte zu vermeiden, hat sich Clintons Ehemann Bill jedenfalls schon dazu bereiterklärt, die Namen der Spender seiner Wohltätigkeitsstiftung offenzulegen. Als weitere Kandidaten für das Außenamt sind der Gouverneur des US-Staates New Mexico, Bill Richardson, sowie der frühere demokratische Präsidentschaftskandidat John Kerry im Gespräch.

Unterdessen hat der kalifornische Gouverneur Arnold Schwarzenegger Barack Obama seine volle Unterstützung zugesagt. Nach dem Ende seiner Amtszeit als Gouverneur in zwei Jahren wäre er bereit, für Obama zu arbeiten, falls er gefragt würde, meinte Schwarzenegger und fügte scherzend hinzu, er bräuchte lediglich die Erlaubnis seiner Frau. Maria Shriver, Nichte des ermordeten US-Präsidenten John F. Kennedy, hatte sich während des Wahlkampfes hinter Obama gestellt, während sich Schwarzenegger für John McCain einsetzte.