Einer Studie zufolge könnte Obamas Plan im ersten Jahr 75 Milliarden Dollar (59,9 Mrd. Euro) kosten. Damit würden 95 Prozent der US-Bürger eine Versicherung erhalten. Kritiker stellen die Finanzierbarkeit der Vorschläge infrage.

Die Amerikaner geben pro Kopf mehr Geld für die Gesundheit aus als die Bürger jedes anderen Industriestaates. Insgesamt umfasst der Markt 2,3 Billionen Dollar und macht 16 Prozent der US-Wirtschaft aus. Trotzdem haben fast 46 Millionen Amerikaner keine Krankenversicherung. In vielen Studien hinken die USA bei der Qualität der Versorgung außerdem hinter vergleichbaren Staaten zurück. Allgemein besteht über Parteigrenzen hinweg Einigkeit darüber, dass das System reformiert werden muss.

Obamas Gesundheitsplan sieht keine Pflicht zur Teilnahme an einer Versicherung vor. Der Vorschlag von Baucus würde dagegen dazu führen, dass auf lange Sicht alle US-Bürger erfasst würden. Baucus´ Senats-Kollege Edward Kennedy begrüßte den Vorschlag. Er forderte jedoch, alle Abgeordneten des Kongresses müssten sich auf einen gemeinsamen Vorschlag einigen. Der Republikaner Chuck Grassley aus Iowa warnte vor den Kosten. Eine Reform des Gesundheitssystems müsse die finanzielle Situation des Landes berücksichtigen.

Einer Studie von PriceWaterhouseCoopers zufolge dürften die Kosten für Obamas Plan zunächst bei jährlich 75 Milliarden Dollar liegen und bis 2018 auf 130 Milliarden Dollar steigen. Dabei könne ein Teil der Finanzierung durch die Reform selbst kommen. Da US-Krankenhäuser auch Akutkranke behandeln müssen, die nicht versichert sind, entstünden im Moment jährliche Kosten von 25 Milliarden Dollar. Zwar würden Obamas Vorschläge zunächst Mehrausgaben bedeuten. Im Lauf der Zeit würden sie jedoch zu Einsparungen führen. PwC gehe davon aus, dass die landesweiten Ausgaben für die Gesundheit bis 2025 um neun Prozent sinken würden.

Nach ihrer Niederlage als republikanische Kandidatin für das US-Vizepräsidentenamt ist Sarah Palin zu einer Zusammenarbeit mit dem künftigen Staatschef Barack Obama bereit. "Es wäre eine Ehre, unserem neuen Staatschef zu helfen und ihn zu unterstützen", sagte Palin in einem Interview mit dem Fernsehsender CNN.