Der künftige US-Präsident Barack Obama feierte in Chicago mit seiner Frau Michelle und den beiden Töchtern Malia (10) und Sasha (7) vor mehr als 100.000 Menschen seinen Sieg. Foto: ap/Pablo Martinez Monsivais
Der künftige US-Präsident Barack Obama feierte in Chicago mit seiner Frau Michelle und den beiden Töchtern Malia (10) und Sasha (7) vor mehr als 100.000 Menschen seinen Sieg. Foto: ap/Pablo Martinez Monsivais

Einzig Moskau reagierte kühl: Der russische Präsident Dmitri Medwedew sprach die Erwartung auf eine Verbesserung der erheblich belasteten beiderseitigen Beziehungen aus, gratulierte Obama aber nicht zu seinem Wahlsieg. In seiner ersten Rede zur Lage der Nation sagte Medwedew, er hoffe, dass sich Obamas Regierung "für vollwertige Beziehungen mit Russland entscheidet". Zugleich kündigte er als Reaktion auf die in Polen und Tschechien geplanten Stellungen einer US-Raketenabwehr die Aufstellung von Kurzstreckenraketen in der russischen Exklave Kaliningrad an.

"Change has come"

Der Sieg Obamas fiel deutlicher aus als von vielen erwartet. Bei dem versprochenen politischen Neuanfang kann sich der bisherige Senator aus Illinois auf eine komfortable absolute Mehrheit seiner Demokratischen Partei in beiden Häusern des Kongresses stützen. Viele Bundesstaaten, die bisher als Hochburg der Republikaner gegolten hatten, gingen an Obama.

In seiner ersten Rede schwor der Wahlsieger vor mehr als 100.000 Menschen in Chicago die USA auf schwierige Aufgaben und einen Neuanfang ein: "Change has come to America" ("Der Wandel ist in Amerika angekommen"). Die Zeit seiner Präsidentschaft beginne mit immensen Herausforderungen, sagte Obama: "Zwei Kriege, ein Planet in höchster Gefahr, die schwerste Finanzkrise in einem Jahrhundert" - jetzt sei die Zeit gekommen, mit der Arbeit zu beginnen.

Wichtigstes Thema bei der Wahlentscheidung war laut Wählerbefragungen die schwere Wirtschaftskrise in den USA, in der die Mehrheit der Amerikaner Obama mehr Vertrauen schenkt als McCain. Der Republikaner gratulierte Obama zu seinem Wahlsieg. "Das amerikanische Volk hat gesprochen", sagte der 72-Jährige vor enttäuschten Anhängern in Arizona.

Zusammen mit dem designierten Vizepräsidenten Joe Biden wird Obama am 20. Jänner den Amtseid ablegen. Dann endet auch die achtjährige Regierungszeit von George W. Bush. Obama wird der 44. Präsident der USA.