Zum außenpolitischen Erbe der Bush-Regierung gehören die Kriege in Irak und in Afghanistan ebenso wie die neu aufgeflammten Rivalitäten mit Russland und China. Die weltweite Finanzkrise drückt die Wall Street nieder. Obamas größte Aufgabe wird zunächst darin bestehen, das ramponierte Ansehen Amerikas in der Welt wiederherzustellen.

Denn die USA, die Ex-Sicherheitsberater Zbigniew Brzezinski vor zehn Jahren noch unwidersprochen als "einzige Weltmacht" bezeichnen konnte, gelten heute immer mehr als Abstiegskandidat, der schon bald von China überholt werden könnte. Die weltweite Sympathie, die Obama entgegenschlägt, könnte ihm zumindest helfen, Amerika wieder beliebter zu machen.

Nach allem, was man bislang weiß, plant Obama einen Truppenabzug aus dem Irak und Maßnahmen gegen den Klimawandel ebenso wie eine Schließung des Gefängnisses in Guantanamo. Die US-Truppen in Afghanistan will er hingegen verstärken. Im gespannten Verhältnis zu Staaten wie Kuba oder dem Iran setzt Obama auf direkte diplomatische Kontakte - ganz im Gegensatz zu seinem Vorgänger. In Europa sieht der Neue einen Partner auf Augenhöhe - könnte damit allerdings auch mehr Verantwortung der Europäer in der Welt einfordern.