Bush. Foto: epa/upi pool
Bush. Foto: epa/upi pool

Schon werden Stimmen laut, dass der Sieg Obamas und der Machtausbau der Demokraten im Kongress den Anfang vom Ende des konservativen Zeitalters bedeutet, das einst mit der Wahl Ronald Reagans 1980 in den USA begann.

Die Republikaner gehen nicht erst seit dem für sie verheerenden Wahltag in Sack und Asche. Schon Anfang des Jahres verloren sie bei Nachwahlen in Illinois, Mississippi und Louisiana drei sicher geglaubte Sitze im Repräsentantenhaus - ein klares Alarmzeichen.

Bush als Schuldiger der Misere ausgemacht

Auf der Suche nach Schuldigen zeigen alle Finger, auch und vor allem aus der Partei, auf Präsident George W. Bush. Irak-Krieg, Ansehensverlust der USA weltweit, Rekord-Haushaltsdefizit, gigantische Schulden und zum Schluss auch noch Finanzkrise und Konjunkturabschwung - kein anderer Mann im Weißen Haus seit Richard Nixon war unbeliebter als der Texaner.

Die Finanzmisere zwang die Partei dann auch noch, ihre magische Formel über Bord gehen zu lassen, wonach sich der Staat herauszuhalten hat und der Markt schon alles richten wird. Ökonomen weisen darauf hin, dass während der Bush-Jahre die Reichen immer reicher wurden, während der Durchschnittsamerikaner wenig vom Aufschwung abbekam.

Bricht mit der Wahl vom Dienstag also ein neues, demokratisches Zeitalter an, nachdem es laut "San Francisco Chronicle" "nach drei Jahrzehnten republikanischer Dominanz deutliche Ermüdungserscheinungen gibt"? "Das ist eine der sehr seltenen, umgestaltenden Wahlen, die es einmal in einer Generation gibt und die das Ende des einen politischen Zeitalters und den Beginn eines neuen einläutet", sagte der Historiker Allan Lichtman von der American University der Zeitung. Selbst wenn McCain gewählt worden wäre, hätte er die Zeit nicht in die alte konservative Ära zurückdrehen können.

Andere sind skeptischer. "Von 1980 an lebten wir in einem Mitte-Rechts-Amerika, aber jetzt sind wir ganz in der Mitte, und wir rutschen wahrscheinlich nach links", schreibt der renommierte "Newsweek"-Autor Jonathan Alter. Doch sollten sich die Demokraten wieder eine "altmodische Kapitulation vor Interessensgruppen und eine Serie von außenpolitischen Anfängerfehlern leisten", warnt Alter, werde sogar ein großer Sieg der Demokraten "nicht mehr sein als ein Schlagloch auf dem Ronald-Reagan-Highway".