Einer war hier nicht geladen und nicht nur an diesem Abend unerwünscht: Parteigänger Georg W. Bush, Präsident der Vereinigten Staaten. Er gilt wegen des Irak-Krieges, der Finanzkrise und des Rekorddefizites als Hauptverantwortlicher für das republikanische Desaster. Denn zusätzlich zur schmerzenden Niederlage McCains haben die schweren Verluste in Senat und Repräsentantenhaus die Partei in nahezu lähmendes Entsetzen gestürzt.

Dennoch lastete McCain die alleinige Schuld für die Niederlage auf seine Schultern. Eine noble Geste, die an diesem Abend nicht seine einzige blieb. John McCain bewies auch in dieser Situation Statur. Diese, gepaart mit überzeugtem Patriotismus, hat ihn während der ganzen Kampagne ausgezeichnet.

"Dieser Wahlkampf war die größte Ehre meines Lebens", sagte der Verlierer vor der verbliebenen Schar der gedrückten Anhänger. Barack Obama gratulierte er voller Respekt und bedauerte, dass dessen kürzlich verstorbene Großmutter das Glück seines Sieges selbst nicht mehr erleben durfte. Aufkeimende Buhrufe wies er in die Schranken. McCain baute staatsmännisch Brücken, indem er als verbindendes Element mit Obama die gemeinsame Liebe zu Amerika klar betonte: "Er ist mein Präsident."

McCain gab während der gesamten Wahlschlacht einen respektablen Gegner ab. Seine Reputation und Stärke als Kandidat, seine Steherqualitäten sowie die klaren Positionsbestimmungen machten diesen Urnengang erst zu einer wirklichen Wahl.